Neuer Geschäftsführer richtet sich auf Dauer-Engagement in Nienburg ein

Frank Köhring will Image des Jobcenters verbessern

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Der neue Leiter des Jobcenters des Landkreises Nienburg: Frank Köhring.

Nienburg - Von Kurt Henschel. „Ich bin ein waschechter Harzer“, sagt Frank Köhring. Der 49-Jährige arbeitete zuletzt in der Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar. Davor war er in Nürnberg bei der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt. Seinen Wohnsitz hatte er bis Mitte Oktober dort. Nun fehlt seinem Autokennzeichen hinter dem „N“ eigentlich nur noch ein „I“. In „NI“ wie Nienburg hat er zu Beginn des Monats Oktober die Geschäftsführung des Jobcenters übernommen.

Drei Wochen im Amt ist nun Köhring als Nachfolger von Jutta Guthardt, die es nach rund einem Jahr in Nienburg beruflich nach Osnabrück gezogen hatte. Ob auch er nur kurz in Nienburg bleiben wolle? Köhring liefert ein klares „Nein“: „Bei Frau Guthardt war von vornherein eine zeitliche Befristung klar. Ich habe mich auf ein längeres Engagement eingerichtet“, erklärt er, der mit seiner Frau auch bereits in der Kreisstadt wohnt.

Das Ehepaar Köhring, das keine Kinder hat, kehrte also Nürnberg den Rücken und ist nunmehr viel näher dran am Harz, wo Verwandte leben. Frank Köhring ist in Clausthal-Zellerfeld geboren und dort aufgewachsen. „In ganz normalen Verhältnissen“, wie er erklärt: „Vater war Polizist, Mutter im Einzelhandel tätig.“ Er befinde sich zwar noch in der Phase der Eingewöhnung, aber es gefalle ihm bereits sehr gut in Nienburg.

Die Landschaft sei schön, die Stadt mit ihrer Umgebung ebenfalls, so der Neu-Nienburger, der das Ziel hat, die von Jutta Guthardt eingeleiteten Maßnahmen fortzusetzen, an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und auch neue Akzente zu setzen. Mit der Orientierung auf eine umfassendere und gezieltere Unterstützungsfunktion des Jobcenters zugunsten der Arbeitssuchenden sollen sich die Beziehungen zwischen Institution und Kunden und damit das Image des Jobcenters insgesamt verbessern.

Ein Kompetenz-Team

nur für Flüchtlinge

Dass der Agentur für Arbeit und auch dem Jobcenter ein Negativ-Geschmack anhaftet, ist Köhring bekannt. „Die Agentur für Arbeit ist keine Agentur für, sondern gegen Arbeit“ oder: „Der Weg ins Jobcenter bringt nichts, die legen dir nur noch mehr Steine in den Weg“ – diese und andere Sprüche beziehungsweise Vorurteile schmerzen den neuen Geschäftsführer.

Ob etwas dran sei an derartigen Aussagen? Köhring: „Diese Vorurteile und Klischeebilder kann ich nur entschieden zurückweisen. Dass in Einzelfällen mal etwas schiefläuft, kann ich nicht ausschließen. Wir wollen aber die Menschen vor Ort so gut wie möglich unterstützen, um sie so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren“ erklärt der neue Chef.

„Bisher sind immer nur Sachen durchgesickert, die nicht so gut gelaufen sind“, sagt Köhring, der das ändern will: „Tue Gutes und sprich darüber“ – das sei seine feste Absicht.

Köhring, der noch dabei ist, sich mit allen relevanten Arbeitsmarkt-Partnern sowie anderen wichtigen Institutionen zu vernetzen, um das Jobcenter des Landkreises Nienburg optimal leiten zu können, hat zudem konkrete Pläne, die aktuell dem Zuzug vieler Flüchtlinge geschuldet sind: Er plant die Gründung einer Projektgruppe, quasi eines Kompetenz-Teams, das sich ausschließlich um die Belange von Flüchtlingen kümmert. „Diese Menschen kommen demnächst auf uns zu. Es stellt sich daher die Frage, wie wir uns optimal aufstellen“, so der Geschäftsführer.

Der Plan steht, die Weichen sind gestellt: „Wir haben inzwischen 5,5 neue Stellen im Jobcenter ausgeschrieben“, verriet Köhring. Er will die Stellen zum 1. Januar 2016 besetzen und das neue Personal zügig für diese anspruchsvolle Aufgabe qualifizieren. Weitere Ideen für ein positives Jobcenter-Image habe er im Kopf, so Köhring. „Konkret ist das noch nicht, aber gemeinsam mit dem Jobcenter-Team diskutieren wir und setzen das auch um“, erklärt er und beteuert noch einmal, Nienburg nicht so schnell wieder den Rücken zukehren zu wollen: „Ich will mich hier richtig niederlassen“, so das entschlossene Bekenntnis des neuen Mannes am Ruder des Nienburger Jobcenters. Mindestens fünf Jahre wolle er schaffen, schließt aber nicht aus, auch auf Dauer in Nienburg zu bleiben.

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