Netzwerk für Kinderschutz gegründet / Christine Gerber hält Referat

Haftet Namen wie „Kevin“ und „Lea-Marie“ Makel an?

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Aktiv in Sachen Kinderschutz (v.l.): Jörg Asmussen (Moderator), Referentin Christine Gerber sowie Daniela Krone, Kreisrat Thomas Klein und Annika Friedel vom Landkreis Nienburg.

Nienburg - Vertreter verschiedener Berufssparten sind jetzt mit dem Ziel zusammengekommen, ein interdisziplinäres Netzwerk zum Thema Kindeswohl aufzubauen. Während der Auftaktveranstaltung mit rund 50 Teilnehmenden wurden eine Steuerungsgruppe gegründet, erste Arbeitskreise gebildet und konkrete Arbeitsziele entwickelt. In einem Jahr sollen die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen vorliegen.

In seiner Begrüßung machte der Erste Kreisrat Thomas Klein deutlich, dass es leider immer wieder Kinder gäbe, die auf der Schattenseite des Lebens stünden. Namen wie „Lea-Sophie“ und „Kevin“ würden in diesem Zusammenhang für unsägliches Leid bis hin zu Todesfällen stehen. „Kinderschutz kann nur gelingen, wenn wir ihn als eine Aufgabe der Verantwortungsgemeinschaft verstehen“, betonte Klein. Die Grundlage dafür bilde das 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz.

Um den gesetzlichen Regelungen gerecht zu werden, möchte der Landkreis Nienburg gemeinsam mit den verschiedenen Berufsgruppen wie Lehrern, Schulsozialarbeitern, Kita-Leitungen sowie Menschen aus den Heil- und Gesundheitsberufen an einem strukturellen Auf- und Ausbau eines Netzwerkes für den Kinderschutz im Landkreis arbeiten.

Ziel sei es, einen möglichst optimalen Kinderschutz zu etablieren, damit Kinder in ihrem Wohlergehen besser geschützt, und Eltern, die Hilfe benötigen, besser unterstützt werden können.

Das gemeinsame Handeln sei ein ganz maßgeblicher Baustein für einen gelingenden Kinderschutz, sagte auch Christine Gerber vom Deutschen Jugendinstitut in ihrem Referat. Sie wertete das konzertierte Handeln als eine Voraussetzung dafür, dass die Schnittstellen zwischen den Berufsgruppen nicht zu Schattenstellen würden.

Sie referierte darüber hinaus über die Entwicklung der Frühen Hilfen und des Kindesschutzes bis in die heutige Zeit. Dabei stellte sie nachdrücklich heraus, wie sehr sich die Definition Kinderschutz verändert hat und dass die Arbeit im Bereich der Frühen Hilfen mit ihrem präventiven Ansatz heute ein zentraler Baustein im Kinderschutz sei.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden Arbeitskreise entwickelt, eine Steuerungsgruppe gewählt sowie erste konkrete Handlungsschritte erarbeitet.

Als Leiter des Fachbereiches Jugend des Landkreises Nienburg bedankte sich Horst Barthel beim engagierten Publikum, würdigte die Ergebnisse und verwies auf die diversen Herausforderungen, die die Steuerungsgruppe in Zukunft erwarte.

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