Nach fast 20 Jahren erhält Seetha Sriranjan aus Sri Lanka einen deutschen Pass

Angekommen

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Seetha Sriranjan (Mitte, mit Einbürgerungsurkunde) und ihre Familie bedankten sich bei den Unterstützerinnen aus Steyerberg für deren zehn Jahre währende Hilfe.

Steyerberg - Fast 20 Jahre hat es gedauert: Nun ist Seetha Sriranjan (44), die 1997 mit ihrem Mann (45) aus Sri Lanka flüchtete, angekommen – kürzlich erhielt sie ihren deutschen Pass. „Das hätte wohl vor zehn Jahren noch niemand gedacht“, sagt die Leiterin des Mehrgenerationenhauses Stolzenau, Ute Müller, mit ein wenig Stolz.

Dafür hat sie auch einen guten Grund, denn als Seetha Sriranjan (gesprochen: Sieta), ihr Mann Ranji Sivaganasundram und Tochter Subarna (18) nach Steyerberg kamen, gründete sich ein Unterstützer-Kreis, zu dem auch Müller gehörte. „Wir haben ein bisschen dazu beigetragen, die Familie hier bleiben konnte“, sagt Müller. Der Kreis hat Spenden eingeworben, Anwälte engagiert, Gutachten in Auftrag gegeben, Andachten und Mahnwachen organisiert sowie der Familie in ihrer Angst vor der Abschiebung nach Sri Lanke beigestanden, teilt Müller mit. „Für uns war das eine Steyerberger Familie“, sagt sie.

Und die Lage sei nicht gut gewesen für die Familie, die zur Volksgruppe der Tamilen gehört. Von 1983 bis 2009 wütete ein Bürgerkrieg zwischen den Tamilen und der anderen großen Bevölkerungsgruppe auf Sri Lanka, den Singhalesen. Aber: „Die Tendenz der Behörden ging dahin, den Asylantrag abzulehnen“, erinnert sich Müller. Dabei habe der Unterstützer-Kreis von tamilischen Familien gehört, die zurückgegangen waren und direkt am Flughafen verhaftet wurden.

Wie kam es, dass die Familie doch bleiben durfte? Es war nicht der Widerstand des Unterstützer-Kreises sondern „einfach Glück“, so Müller. Und zwar, „dass rechtzeitig Ende 2006 die Bleiberechtsregelung für langjährig Geduldete kam“. Diese war an Bedingungen geknüpft. Wer davon profitieren wollte, musste unter anderem schon einige Jahre in Deutschland leben und von der eigenen Arbeit leben können. Bedingungen, die die Familie Sriranjan erfüllte. Seethas Mann hat schnell Arbeit auf einem Bauernhof gefunden und ist seit vielen Jahren in demselben Betrieb tätig, erklärt Müller. Die Familie bekam in Steyerberg noch zwei Kinder (15 und 12). Alle drei gehen auf Gymnasien in Stolzenau und Nienburg.

„Eine Erfolgsgeschichte“, bilanziert Müller, die auch von Kritik an ihrem Engagement berichtet. „Warum tut ihr das? Die haben sowieso keine Chance“, hätte es im Freundes- und Bekanntenkreis geheißen, so Müller.

Dabei habe es sich gelohnt, sich stark zu engagieren. „Seetha hat sich bedankt“, berichtet Müller von einem Treffen einiger ehemaliger Mitglieder des inzwischen aufgelösten Unterstützer-Kreises mit der Familie Sriranjan. „Dabei muss sie sich nicht bedanken, das hat sie schon oft genug gemacht“, meint die Steyerbergerin, die mit der Geschichte von Seetha Sriranjan auch anderen Menschen Mut machen will.

bor

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