8000 Fans leben in Fantasy-Welt und kämpfen um „Mythodea“

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Eine Teilnehmerin des Fantasie-Live-Rollenspiels "ConQuest of Mythodea" kämpft auf dem fiktiven Schlachtfeld bei Brokeloh (Kreis Nienburg).

Brokeloh - Bei Gluthitze tobt auf einem idyllischen Rittergut in Niedersachsen ein Kampf um einen geheimnisvollen Kontinent:Rund 8000 Teilnehmer aus aller Welt tauchen dort fünf Tage lang in ein Fantasy-Rollenspiel ab. Sogar ganze Familien machen mit.

Rauchschwaden ziehen durch das Lager, vom Feld sind Schlachtrufe zu hören: Auf dem Rittergut Brokeloh bei Nienburg hat am Donnerstag ein riesiges Fantasy-Live-Rollenspiel begonnen. Es orientiert sich an Romanen wie „Herr der Ringe“, „Harry Potter“, „Game of Thrones“ oder „Die Chroniken von Narnia“. Rund 8000 Teilnehmer aus aller Welt besiedeln für fünf Tage ein 60 Hektar großes Areal und haben sich dafür als Kämpfer, Händler oder Handwerker verkleidet.

Mehr als 120 Tonnen Kulissen und mittelalterliches Equipment verwandeln das beschauliche Rittergut bei Hannover in eine aufregende Fantasiewelt. Der Veranstalter Live Adventure Event hat Lager für Heere, Tavernen, einen Supermarkt und sogar eine Kinderbetreuung für den Nachwuchs der Fantasy-Spieler aufgebaut. Ein Organisationsteam von250 Personen kümmert sich um den Ablauf.

Jessica aus Hamburg ist zum neunten Mal dabei, als Feuertänzerin und Gauklerin. „Für mich ist das wie das Abtauchen in eine andere Welt“, sagt die 25-Jährige. „Wenn es dunkel wird, sind wir auf dem Marktplatz, bei Ritualen oder Hochzeiten.“

„ConQuest of Mythodea“

Im wirklichen Leben kommen die Teilnehmer aus allen Berufsgruppen, auch ganze Familie sind dabei, vomBaby bis zu den 70-jährigen Großeltern. Jaime etwa ist mit seinen Freunden aus den Niederlanden angereist, es ist sein drittes Fantasy-Live-Rollenspiel. „Man trifft dort viele Freunde, es ist wie eine Familie“, sagt er in der Nähe des Marktplatzes, wo der 25-Jährige kunstvoll geschminkt sitzt. „Ich verkörpere einen Dämon, eine mystische Gestalt.“ Beim Spiel hält er sich lieber etwas im Hintergrund.

Ritter, Untote und Söldner kämpfen um das Schicksal eines geheimnisvollen Kontinents mit dem Namen „Mythodea“. Verschiedene Heere mit furchterregend anzuschauenden Kriegern marschieren aufeinander zu. Als ein Mann vom Feld getragen wird, der sich aus Spiel verletzt hat, will eine Frau die Wunden versorgen und ruft zwei mystisch aussehende Gestalten zu:„Seid ihr Heiler?Habt ihr Wasser zum Auswaschen?“ Eine Gruppe von finsteren Gesellen beobachtet das Geschehen, die Männer tragen schwarze, gruselige Masken mit Hörnern, aufwendige Kostüme und haben schwere Waffen wie Schwerter, Säbel und Keulen bei sich.

In der Stadt haben fast 1000 Händler und Handwerker ihre Stände aufgebaut, Künstler treten auf. In den Tavernen bieten die Wirte Spezialitäten wie „Feenblut“ und „Drachenaugen“ an. Plötzlich ist Geschrei zu hören: Ein Händler schlägt auf einen Kobold ein, der ihm die Mütze gestohlen hat. „Seit wann prügelt man auf offener Straße andere Wesen nieder?“, ruft ein Wächter und hält den Schläger fest. Dann kehrt schnell wieder Ruhe ein.

dpa

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