Mittelweser-Chirurg richtet bei beiden Mädchen deformierte Füße

Afrikanerinnen können bald erstmals richtig laufen

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Im Rollstuhl wieder Richtung Friedensdorf: (Isatou aus Gambia (l.) und Emaculada aus Angola erhielten von Dr. Jens Gruß (hinten, l.) Fixateure zur Korrektur der deformierten Füße. Auch Chefarzt Dr. Michael Stalp verabschiedete die Mädchen in die Obhut von Friedensdorf-Mitarbeiterin Isabelle Buchczik.

Nienburg - „Die beiden waren sehr, sehr tapfer“, lobt Chefarzt Dr. Michael Stalp seine jungen Patientinnen aus dem „Friedensdorf International“, die für zwei Wochen zur Behandlung im Nienburger Krankenhaus der Helios-Kliniken Mittelweser waren.

Dr. Stalp, der die Fachabteilung für Unfallchirurgie und Orhopädie leitet und gleichzeitig Ärztlicher Direktor der Helios-Kliniken ist, freut sich riesig: „Für die zehnjährige Isatou aus Gambia und die 13-jährige Emaculada aus Angola ist jetzt das Ende der Leidenszeit in Sicht.“

Beide Mädchen, so die Mediziner der Mittelweser-Klinik, litten unter angeborenen, schweren Deformationen ihrer linken Füße. „Das sind sogenannte Klumpfüße“, so Stalp.

Eine Herausforderung für Dr. Jens Gruß, der Leitender Oberarzt der speziellen orthopädischen Chirurgie im Stalp-Team ist. Er fixierte eine Apparatur, mit der die Füße in kleinen Schritten gerichtet werden. „Der Ringfixateur ist ein innovatives System, mit dem auch komplexe Fußdeformationen behandelbar sind“, so Gruß. Es dauere jedoch Monate, bis der Fuß die gewünschte Stellung erreiche.

„Beide Mädchen müssen noch viel Geduld haben, bis sie richtig rumtoben können. Bis dahin sind sie noch auf Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen“, so die beiden Spezialisten. Beide Mädchen, so erklären sie weiter, seien sehr optimistisch.

Die Streben des Fixateurs hatte Dr. Gruß nach Daten, die ein Computer berechnet hatte, im Knochen verankert. Jetzt müssen sie jeden Tag um gut einen Millimeter nachjustiert werden. Da aber sowohl Isatou als auch Emaculada nicht noch Monate im Krankenhaus verbringen sollen, übernimmt die Friedensdorf-Mitarbeiterin Isabelle Buchczik, die beide Mädchen abholte, diese Aufgabe.

„Schmerzhaft ist diese Prozedur nicht“, erklärt Gruß. „Das Einzige, was die beiden spüren, ist ein leichtes Spannen.“

Die Kosten für die gesamte Behandlung übernehmen übrigens die Helios-Kliniken, wie Pressesprecher Jan Hetebrügge mitteilte.

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