Kandidaten-Suche läuft auf Hochtouren

Mindestens 16 Etablierte verlassen den Kreistag

Nienburg - Von Kurt Henschel. Das Aussehen des Nienburger Kreistages verändert sich nach der Kommunalwahl am 11. September erheblich: Einer Befragung der Vorsitzenden der Fraktionen CDU, SPD, Wählergemeinschaft (WG) sowie der beiden Einzel-Vertreter Viktoria Kretschmer (Die Linke) und Heiner Werner (FDP) zufolge scheiden mindestens 16 Etablierte (knapp 35 Prozent) aus dem 46 Mandatsträger großen Gremium aus, weil sie nicht mehr kandidieren wollen. Entsprechend läuft überall die Kandidaten-Suche auf Hochtouren.

Recht klare Aussagen gab es von Karsten Heineking (CDU), Ernst Brunschön (SPD), Jürgen Leseberg (WG) in Vertretung von Günter Kesebom sowie Kretschmer und Werner. Noch nicht konkret äußerte sich Manfred Sanftleben (Bündnis 90 / Die Grünen): „Bei uns geht es noch um Inhaltliches für das Wahlprogramm, um Namen geht es bei uns erst in der zweiten Mai-Hälfte“, so der Chef der Fraktion, der angab, selbst noch Zeit zu benötigen, um zu entscheiden, ob er wieder kandidiere.

Aus unterschiedlichen und nicht näher benannten Gründen stehen im neuen Kreistag ab November dieses Jahres sechs CDU-Mitglieder nicht mehr auf der Besetzungs-Liste: Friedrich Andermann (Steimbke), Heinrich Gerling (Diepenau), Dörthe Heuer (Diepenau), Fritz-Karsten Hüneke (Landesbergen), Henry Koch (Heemsen) sowie Marco Kreibohm (Uchte) wollen nach Auskunft von Karsten Heineking nicht mehr antreten.

Bei der SPD, so teilte Ernst Brunschön mit, fällt der Aderlass noch größer aus: Neun Mitglieder des aktuellen Kreistags ziehen sich zurück. Die Liste der „Aussteiger“ beginnt mit dem Fraktions-Vorsitzenden selbst, denn Ernst Brunschön gab an, dass er bald 70 Jahre alt sei, zwölf Jahre lang die Fraktion angeführt und die „Kooperation“ aus SPD, WG und Grünen „aufs Gleis gehoben“ habe. „Das war schon anstrengend“, so Brunschön, der sich künftig mehr Ruhe gönnen, sich aber nicht in sein Kämmerlein zurückziehen will: „Betätigungsfelder im Ehrenamt gibt es genug.“

Einzel-Vertreter wollen nicht mehr allein sein

Neben Brunschön nicht mehr kandidieren wollen Jens Beckmeyer, der bekanntlich das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Mittelweser anstrebt, Bernd Brieber, Heinz-Dieter Meinzen, Birgit Menzel, Bernd Meyer, Heinz Schmidt, Rolf Warnecke sowie Peter Westermann.

Während bei der Wählergemeinschaft lediglich Günter Kesebom aufhört und die Grünen noch nicht abschließend entschieden haben, sind Heiner Werner sowie Viktoria Kretschmer gewillt, erneut in den Kreistag einzuziehen. Kretschmer wünscht sich, „künftig nicht mehr allein zu sein“. Obwohl es für sie schwierig sei, „Beruf und Kommunalpolitik miteinander zu vereinbaren“, wolle sie versuchen, das als Sprachklassen-Lehrerin an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Oyten auch weiterhin schaffen zu können.

FDP-Mann Heiner Werner, der für seine Partei allein im Kreistag sitzt, sich aber nicht gern als „Einzelkämpfer“ bezeichnen lassen möchte, hofft – wie Kollegin Viktoria Kretschmer – darauf, im neuen Kreistag nicht mehr „einsam“ sein zu müssen: „Ich hoffe, dass dann zwei Vertreter der FDP im Kreistag sitzen“, erklärte der BBS-Lehrer aus Nienburg mit Blick auf die Wahlen am 11. September.

Rubriklistenbild: © dpa

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