Denkhaus gleichberechtigt neben der HVHS

Innovationsvortrag von Kultusminister Tonne: Der Mensch im Mittelpunkt

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Das Team an der Spitze des Denkhauses: Frank Lehmeier und Gaby Kampe.

Loccum – „Denkhaus“ ist die neue Linie, die in der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum (HVHS) etabliert werden soll. Insbesondere Unternehmen sollen angesprochen werden, um über diese Gesellschaft Räume und Rahmen oder auch Seminare zu buchen.

Gleichberechtigt nebeneinander stehen die Heimvolkshochschule und das Denkhaus nun auf dem Gelände in Loccums Hormannshausen. So haben es Frank Lehmeier als Aufsichtsratsvorsitzender der neu gegründeten GmbH und Gaby Kampe als deren Geschäftsführerin bei den Auftaktveranstaltungen dargestellt. Die enge Verbundenheit von beiden Bildungsträgern zeigt sich auch dort – während Lehmeier Vorsitzender des Trägervereins der HVHS ist, leitet Kampe sie als Direktorin.

Das Ziel der neuen Linie ist, mit einem erweiterten Programm und neuen Themenfeldern weitere Kunden zu gewinnen – insbesondere aus dem Bereich der Wirtschaft. Mit zwei Veranstaltungen, zu denen Unternehmer und viele Menschen, die der HVHS verbunden sind, eingeladen wurden, wollten Lehmeier und Kampe Lust darauf machen. Die Angebote sollen vom Coaching über Digitalisierung bis zu Formaten im „Work-Life-Balance“ reichen und auch Outdoor-Seminare beinhalten. Dazu gehören dann unter anderem Bogenschießen, Fechten und Theater. Ebenso können Unternehmen aber lediglich die Räumlichkeiten auf dem Gelände für eigene Formate buchen – und dabei die Kompetenzen der Mitarbeiter nutzen.

Der Standard der Hotelzimmer sei für die neue Linie bereits ausgebaut worden, sagte Kampe. Über allem, das unterstrichen sie und Lehmeier, stehe nach wie vor, dass der Mensch im Mittelpunkt sei.

Neugierige Gäste bei der Auftakt-Veranstaltung.

Zur Präsentation des Denkhauses erklärten sich verschiedene Personen bereit, das Programm zu gestalten – nicht zuletzt Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der einen Vortrag zum Thema „Innovation und Initiative“ hielt. Er betonte, wie der Bildungsauftrag an Schulen verstanden werden solle. Teilhabe, sagte er, müsse für jeden Einzelnen gewährleistet werden. „Nicht für viele, nicht für die meisten, sondern tatsächlich für alle.“ Das wiederum setze voraus, dass Schule sich immer wieder auf den Prüfstand stelle.

Vergleichbar mit Tonnes eigener Schulzeit – 1995 machte er Abitur – sei es heutzutage kaum noch. Damals sei die Frage für Schüler gewesen, wie sie an Wissen kommen könnten. Ein Schulbuch, einige Kopien, vielleicht noch ein Lexikon – kaum mehr habe zur Verfügung gestanden. Heute gehe es darum, junge Menschen zu befähigen, in einer Flut von Informationen nicht „abzusaufen“. Dem müsse Rechnung getragen werden, darauf müsse Unterricht abzielen, womöglich auch mit der Konsequenz, Kerncurricula nicht ständig weiter aufzustocken, sondern – ganz im Gegenteil – zurückzufahren.

„Fridays for Future“-Themen einbinden

Mehr Freiheit in der Unterrichtsgestaltung wünscht sich der Kultusminister. Tonne führte das Beispiel der „Fridays for Future“ an. Solche Themen könnten Lehrkräfte „doch wunderbar in den Unterricht einbinden“. Er plädierte für mehr Freiheiten – für einen Unterricht, der Schüler zu selbstbestimmter Mitbestimmung in einer demokratischen Gesellschaft befähigt.

Humorvoll und rhythmisch widmete sich im Anschluss Tobias Kunze mit seinem Beitrag im Stil eines Poetry Slam dem Thema „Denkhaus“. „Hier sollen die Ideen entstehen, die morgen unsere Räder drehen“, war sein Fazit zum Vorhaben der neuen Gesellschaft. Anstoß für Veränderungen zu geben, sieht auch der pädagogische Leiter der HVHS, Kersten Prasuhn, als vorrangigen Ansatz der Einrichtung.

Zum Herbst starten die ersten Seminare des Denkhauses. Interessierte können sich bereits anmelden – oder auf „Räume und Rahmen“ für ihre eigenen Formate zurückkommen. Telefonisch ist das Denkhaus erreichbar unter 05766/96 090. ade

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