Melanie Logemann ist Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises

In Nienburg träumt sie noch vom Schnee in Norwegen

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Melanie Logemann ist Pastorin und Ehefrau von Pastor Gordon Logemann (Kirchengemeinde St. Martin in Nienburg). Derzeit ist die 38-Jährige als „Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Nienburg“ tätig.

Nienburg - Von Kurt Henschel. Sie war jeweils ein Jahr in Südafrika und in Argentinien, anschließend neun Jahre lang in Norwegen. Nun ist sie in Nienburg: Melanie Logemann. Die Pastorin und Ehefrau von Gordon Logemann, dem Pastor der Kirchengemeinde St. Martin in Nienburg, arbeitet jetzt als Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Nienburg.

Diesen „Job“, so Logemann, habe es eigentlich nie wirklich gegeben. Öffentlichkeitsarbeit hätten – wenn überhaupt – viele Pastoren „quasi nebenbei“ betrieben. Da das Verfassen von Pressemitteilungen für die lokalen Zeitungen aber nicht die eigentliche Aufgabe der Pastoren gewesen sei und ist, sei diese Aufgabe zumeist vernachlässigt worden, wie Melanie Logemann aus eigener Erfahrung und der ihres Mannes weiß.

Irgendwann habe es im Kirchenkreis Überlegungen gegeben, „nicht nur Gutes zu tun, sondern auch darüber zu sprechen“. Soll heißen: Die Öffentlichkeit über das zu informieren, was Kirche so alles macht. Die 38-jährige Mutter dreier Söhne im Alter von neun, sechs und drei Jahren zählt auf, was der Kirchenkreis Nienburg alles zu bieten hat: Kindertagesstätten, das Diakonische Werk sowie den Kirchenkreis-Jugenddienst. Es gibt Ausstellungen, Konzerte und Kirchenmusik mit Kantor Christian Scheel. Insider wüssten das, „aber nicht die breite Öffentlichkeit“, so Logemann, die das nun ändern soll und will.

„Ich arbeite gerade an der neuen Homepage, die hoffentlich in etwa zwei Wochen fertig ist“, so die Pastorin, die nicht auf der Kanzel steht, „sondern auf der anderen Seite“. Es sei für sie noch „recht ungewohnt“, wenn sie während einer kirchlichen Veranstaltung auch mal in den Altar-Bereich geht, um ein Foto zu machen, das für die Zeitungen vor Ort oder die Homepage gedacht ist. Die Pastoren im Kirchenkreis wüssten aber, dass das zu ihrer Aufgabe gehöre – und sehen das als normal an.

Melanie Logemann, die eine „viertel Stelle“ bekleidet, weil die Größe des Kirchenkreises mehr nicht hergebe, stammt aus der Nähe von Hamburg, ihr Mann Gordon aus Mariendrebber im Landkreis Diepholz. Beide sind froh, in Nienburg eine neue Aufgabe bekommen zu haben – in erster Linie wegen der Nähe zu den Familien. „So können wir schnell bei ihnen sein, wenn es nötig sein sollte“, so Melanie Logemann.

„Wir lebten mitten in

riesigem Tannenwald“

Ihre Vita ist spannend, zumal sie bereits viele Länder und Kontinente kennengelernt hat. Besonders geprägt habe sie aber die Zeit in Norwegen, wo auch die gemeinsamen Söhne geboren sind. „Sie sind Norweger und Deutsche, mein Mann ist Norweger und ich habe die deutsche Staatsangehörigkeit“, erklärt die Öffentlichkeits-Beauftragte. Sie sei damals mit ihrem Mann zusammen „quasi auf blauen Dunst“ nach Norwegen gegangen, weil dort „Pastoren-Mangel“ geherrscht habe. „Und wir waren auf eigenes Risiko dort. Es gab keine Garantie, eine Stelle zu bekommen“, so Logemann. Sie habe mit ihrem Mann ein Jahr lang eine Fakultät in Oslo besucht, um die norwegische Kirchengeschichte zu verinnerlichen. Parallel dazu habe es privaten Sprachunterricht gegeben.

Als es mit der Anstellung für beide Pastoren in Mittel-Norwegen geklappt hatte, richtete sich das Ehepaar heimisch ein. Sie verfeinerten sehr schnell ihre Kenntnisse der norwegischen Sprache und fühlten sich rundum wohl „mitten in einem riesigen Tannenwald“, wie Logemann berichtet. Alles lief normal: Die Kinder kamen zur Welt und die – „allerdings stark reglementierte“ – Arbeit in der Gemeinde ebenso. „Irgendwann wollten wir nach Deutschland zurück – insbesondere wegen unserer Eltern, die ja auch nicht jünger werden“, so die 38-Jährige.

Melanie und Gordon Logemann hätten schließlich eine Stellenausschreibung für Nienburg entdeckt – und sind dort dann auch gelandet. Als Pastor oder Pastorin, so Logemann, „gibt es in Deutschland mehr gestalterische Freiheiten“, während in Norwegen der Superintendent die Aufgaben klar zugewiesen und es „kaum Freiräume“ gegeben habe. Und, auch nicht unwichtig: „Die Bezahlung hier ist besser. In Norwegen brauchten wir zwei volle Gehälter, um als Familie über die Runden zu kommen.“

Aber Melanie Logemann vermisst Norwegen in einem Punkt sehr: „Mir fehlt der meterhohe Schnee, den wir jedes Jahr fünf Monate lang hatten. Ich bin seit meinem vierten Lebensjahr Ski- und Schnee-Fan“, so Logemann, die sich in Nienburg amüsiert darüber wundert, wenn bei einer dünnen Schneedecke bereits über Unterrichtsausfall nachgedacht werde. „Ich habe meine Kinder bei 27 Grad Kälte in den Kindergarten gebracht. Das war ne ganz andere Hausnummer“, so die Ausland-Kennerin. Sie will nun in Nienburg ihre „Linie finden, um die Arbeit im Kirchenkreis nach außen besser darzustellen“. Dazu gehören auch die Vorbereitungen für den „Weltgebetstag der Frauen“ am Freitag, 4. März. Dafür will Melanie Logemann die Details und die Übersicht der Vorhaben in den einzelnen Kirchengemeinden sammeln und auch über die lokalen Zeitungen der Öffentlichkeit „im Paket“ zugänglich machen.

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