Mauersegler-Nistkästen Projekt startet im Landkreis

Sie schlafen sogar im Flug

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Siegrid Tank-Bodermann, Klaus Gänsslen und Benjamin Thijsen mti einem Nistkasten.

Nienburg - von Kristina Stecklein.  Sie sind unglaublich flink, mit dem Kolibri verwandt und haben seit Donnerstag ein neues Zuhause in Nienburg: Die Mauersegler finden dank des NABU-Mauerseglerschutzprojekts insgesamt zehn Nistkästen an einigen Wohnhäusern am Berliner Ring.

„Wir machen dort Kästen, wo ein Restbestand ist, weil Mauersegler in der Nähe brüten wollen“, erklärt Projektleiterin Siegrid Tank-Bodermann den ausgewählten Ort der Anbringung. Damit ist das Projekt im Landkreis offiziell gestartet und läuft noch bis 2020. Normalerweise suchen Mauersegler ihre Nistplätze unter den Dächern und in Gebäudenischen – das sind zum Teil so kleine Löcher, dass sie für eine Abbruchstelle gehalten werden könnten. Laut Tank-Bodermann wüssten die allermeisten Bewohner nämlich gar nicht, dass sie einen Mauersegler beherbergen, weil sie so schnell unterwegs und äußerst sauber sind. „Der Schutz ist generell wichtig, weil die heutigen Gebäude das nicht mehr ermöglichen, sie sind oft dachlos“, weiß die Projektleiterin. „Das liegt natürlich auch an der energetischen Bauweise“, fügt Benjamin Thijsen, NABU-Mitglied und technischer Unterstützer, an. „Sie sind so sauber, weil sie ihr Nest mit dem bauen, was sie im Flug finden“, erläutert Thijsen. Tatsächlich schlafen Mauersegler sogar während ihres Fluges.

Die zehn Kästen wurden am Berliner Ring befestigt.

„Jeder der einen Mauersegler sieht oder Niststellen kennt, kann sich gerne melden, wir haben noch Nistkästen da zum Anbringen“, sagt Klaus Gänsslen, Leiter des Fachdienstes Naturschutz. Sie werden nach einer Quartiersbegehung sowie einem kurzen Schriftstück, damit der Verbleib des Nistkastens gesichert ist, kostenfrei landkreisweit abgegeben. Noch gibt es zu den zehn bereits angebrachten 240 weitere Kästen.

Die Gebäudebrüter sind auf solche Nester angewiesen, da sie bereits auf die Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Brutvögel gesetzt werden mussten. Dabei ist es auch kein Problem, die Kästen bei einem Neubau direkt mit einbauen zu lassen. „Oder Häuser, die eh saniert werden müssen sind optimal“, fügt Gänsslen an.

Wie erkenne ich einen Mauersegler?

Viele Menschen halten den Mauersegler für eine Schwalbe. Dabei hat er längere, sichelförmige Flügel, einen kurzen Schwanz und macht ständige Flugrufe die wie „sriih-sriih“-Rufe klingen. Wer solch einen Segler schon mal gesehen hat, kann sich bei Siegrid Tank-Bodermann unter Tel. 05025/ 541 oder per Mail an Mauersegler@ NABU-Nienburg.de melden.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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