Seltener Gast

Deutscher Botschafter in Mali besucht Bundeswehr-Stützpunkt Langendamm

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Der deutsche Botschafter Dietrich Becker (Mitte) sprach bei seinem Besuch in Langendamm mit Soldaten und zivilen Angestellten des Zentrums für Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr über die aktuelle Lage in Mali.

Langendamm - Verkehrte Welt: Der deutsche Botschafter Dietrich Becker hat jetzt das Zentrum für Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZZMV) der Bundeswehr in Langendamm besucht. Für viele Soldaten der Bundeswehr ist es ein ungewohntes Bild, Besuch aus dem Einsatzland zu bekommen, in dem viele von ihnen erst vor wenigen Wochen oder Monaten ihren Dienst geleistet haben. Das kommt nicht oft vor. Das berichtet Informationsfeldwebel Maik Hörhold.

Dietrich Beckers Arbeitsplatz ist die deutsche Botschaft in der malischen Hauptstadt Bamako, er ist seit August 2015 im Amt. Die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sich seit 2013 mit aktuell 1 154 Soldaten an Einsätzen in Mali. Gerade befinden sich acht Soldaten aus Langendamm im Einsatz der UN-Friedensmission „Minusma“.

Becker ist der Einladung des Kommandeurs des ZZMV gefolgt, Oberst Michael Mattes. Für ihn war es wichtig, eine „Rückmeldung über die deutsche Botschaftsarbeit von Seiten der Bundeswehrsoldaten“ zu erhalten. Die Angehörigen des Einsatzverbands freuten sich über eine positive Wahrnehmung ihres Engagements durch den Gast, der knapp 6 880 Kilometer gereist war.

In seinem Vortrag über die Situation in Mali stellte Becker die größten Herausforderungen für die Arbeit vor Ort heraus. Mit Blick auf das explosive Bevölkerungswachstum (sechs bis acht Kinder pro Familie seien keine Seltenheit) sei der wichtigste Ansatz, die Bildung voranzutreiben – besonders von Mädchen. Kinderehen seien ein erheblicher Faktor für die sozialen Probleme vor Ort, berichtete der Botschafter.

Soldaten fragten nach dem Sinn des Einsatzes

Unausgewogen sei bisher in Mali die Förderung der landwirtschaftlichen Entwicklung im Vergleich zu Stadtentwicklungsinitiativen.

In der folgenden Gesprächsrunde stellten die Soldaten sehr konkrete Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Einsatzes der Bundeswehr. Dabei bezeichnete Becker das multinationale Engagement in Mali als „alternativlos“. Ein Zusammenbruch des Staates sei andernfalls in wenigen Wochen zu befürchten. 

„30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt ist die Regierung für die Bevölkerung so gut wie nicht existent.“ Sollte Mali als Staat scheitern, ist nach Auffassung Beckers ein „verheerender Dominoeffekt“ auf die angrenzenden Nachbarländer in Afrika und ein „unkalkulierbarer Flüchtlingsstrom nach Amerika und Europa“ zu befürchten. 

Schnelle, aber auch teure Leuchtturmprojekte würden demgegenüber den Menschen vor Ort Hoffnung geben. Diese seien motiviert und teils gut ausgebildet, es fehle insbesondere der jungen Generation einzig an beruflichen Perspektiven.

Als Dank für den Besuch in Nienburg überreichte Oberst Mattes dem Botschafter den „Coin“ des ZZMV, eine Erinnerungsmünze.

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