Corona-Tiere in Not

Lockdown vorbei, Hund muss weg

Ein Hund schaut in die Kamera. Viele Tierhalter wollen ihre Vierbeiner gerade in der Ferienzeit loswerden.
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Und raus bist du: Vor allem Hunde und Katzen landen derzeit vermehrt im Tierheim. Die Mitarbeiter der Drakenburger Einrichtung sehen die Ferienzeit sowie die aufgehobene Homeoffice-Pflicht als wesentliche Gründe dafür an, dass Menschen ihre Haustiere wieder abgeben wollen.

Drakenburg – Die Corona-Pandemie hat auch im Tierheim Drakenburger Heide ihre Spuren hinterlassen. Wie Korinna Teubel, Zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins, berichtet, landen vermehrt „Corona-Tiere“ in der Auffangstation. Ihre Besitzer haben sie während des Lockdowns ins Haus geholt, und wollen sie nun wieder loswerden.

„Das ist schon ein Problem“, stellt Teubel fest. Derzeit kümmere sich das Team um fünf Hunde und 24 Katzen. Von ihnen sind nicht alle nach dem Lockdown abgegeben worden, aber eben doch einige. Hinzu kommen die Ferien, die immer noch allzu oft zum Anlass genommen werden, Haustiere zu „entsorgen“, berichtet die Tierschützerin.

Zum Teil rufen die Besitzer bei Korinna Teubel und ihren Kollegen an und fragen nach, ob sie ihr Tier legal abgeben können. Doch das tun bei weitem nicht alle, ärgert sich Teubel. Nach der Nacht zu Montag, 12. Juli, habe zum Beispiel ein Karton mit einer Katzenmutter und ihren vier Jungen vor der Tierheim-Tür gestanden, erzählt sie. Wer ihn hingestellt hat, konnte das Tierheim bisher nicht ermitteln.

Ganz plötzlich fehlt nach Lockdown-Ende die Zeit für ein Haustier

Von denen, die anrufen, hören die Mitarbeiter laut Teubel in der Regel ähnlich lautende Geschichten: Die Zeit fehle ganz plötzlich, sich um das Tier zu kümmern – jetzt, wo die Kurzarbeit vorbei oder die Homeoffice-Pflicht aufgehoben worden sei. Oder die Schichtzeit habe sich geändert.

„Vorher, zu Beginn des Lockdowns, war es umgekehrt. Da riefen die Leute an, weil sie unbedingt ein Tier haben wollten. Und man hat da teilweise deutlich rausgehört, dass die Kinder beschäftigt werden sollen“, sagt Teubel. Kein Wunder, dass das Ende des Zusammenlebens mit den neuen Hausgenossen in solchen Fällen quasi vorprogrammiert war: Inzwischen gehen die Kinder in der Regel wieder zur Schule und die Erwachsenen zur Arbeitstelle – da merken einige, dass sie gar keine Zeit haben, Hund oder Katze vernünftig zu versorgen. „Man sollte sich die Anschaffung gut überlegen“, betont Teubel und klingt dabei fast ein bisschen resigniert. Dass Haustiere ihre Besitzer Zeit und Geld kosten, ist nicht neu. Doch auch das Tierheim muss mit jedem Neuzugang erhebliche Kosten stemmen – vor allem, wenn er anonym abgegeben wird.

Bei Abgabe im Tierheim wird Abgabegebühr fällig

Denn wer sein Tier ordnungsgemäß im Tierheim lässt, muss üblicherweise eine Abgabegebühr bezahlen. Damit sollen die Kosten gedeckt werden, die es in der Einrichtung verursacht: Es muss vom Tierarzt untersucht, eventuell gechippt, entwurmt und entfloht werden, gegebenenfalls müssen auch Impfungen nachgeholt werden. Zudem hat das Tierheim Ausgaben für das Futter, die Reinigung der Anlage und das Personal, erläutert Teubel. Für diese Posten wird auch die Vermittlungsgebühr genutzt. Sie wird fällig, wenn Tiere ein neues Zuhause bekommen.

Doch die Abgaben decken die Ausgaben der Einrichtung nicht. „Allein beim Impfen sind Sie schnell bei 30 Euro pro Impfung. Das Kastrieren kostet je nach Tierarzt durchaus bis zu 150 Euro“, nennt Teubel zwei Beispiele. Darum sei das Tierheim auch weiterhin auf Spenden angewiesen, bestätigt sie.

Ein weiteres Problem sei, dass bei anonym abgegebenen Tieren keiner wisse, was sie für eine Vorgeschichte haben – seien es etwaige Krankheiten, besondere Ängste, Vorlieben oder Abneigungen.

Weitere Infos: www.tierschutz-drakenburg.de

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