„Lespresso“ bleibt: Geschäftsführung tritt Gerüchten entgegen

„Es gibt nur eine Umstrukturierung"

Nicht von einer Schließung bedroht: Das "Lespresso" an der Weser

Nienburg. Gerüchte um schließende Gastronomie haben in Nienburg und im Kreis schon fast Tradition. Aktuell trifft es das "Lespresso" der Lebenshilfe. Noch recht frisch im Amt will Geschäftsführer Bernd Jahnke direkt entgegenwirken. Er sagt: "Das ,Lespresso’ ist nicht gefährdet.“

Für Bernd Jahnke, Geschäftsführer der Lebenshilfe, ist das „Lespresso“ schlicht ein „tolles Projekt“: das Café und Bistro in der Altstadt, direkt am Weserwall, kommt gut an und wird von Einheimischen wie Gästen der Weserstadt gern besucht. Doch es häufen sich Schließungs-Gerüchte. Sogar schriftlich, adressiert direkt an die Gesellschafterin der Lebenshilfe gGmbH, die Lebenshilfe Kreisvereinigung.

Bernd Jahnke tritt diesen Gerüchten deutlich entgegen: „Das sind wirklich nur Gerüchte. Das ,Lespresso’ ist nicht gefährdet.“ Realer Hintergrund für die regen „Buschtrommeln“ dürfte etwas ganz Anderes sein, vermutet der Geschäftsführer: „Das ,Lespresso’ war ja als Integrationsbetrieb geplant und wurde auch so geführt. Nun haben sich aber – für die Lebenshilfe nicht vorhersehbar – die rechtlichen Rahmenbedingungen so stark geändert, dass wir das ,Lespresso’ nicht mehr als Integrationsbetrieb führen können.“ Das, ist Jahnke überzeugt, wird dahinterstecken - ein Missverständnis. Aber auch nicht mehr: „Es ändert sich im Prinzip nichts. Angebot, Öffnungszeiten, Leistungsspektrum - alles bleibt, wie es die Gäste gewohnt sind und schätzen.“

Dass das „Lespresso“ kein Integrationsbetrieb ist, heiße auch nicht, dass dort keine Menschen mit Behinderungen arbeiten – im Gegenteil: „Vielen Besucherinnen und Besuchern ist es ja gerade wichtig, dass da auch Menschen mit Behinderung tätig sind. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung fühlen sich als Gastgeber und haben einen enormen Anspruch – und das merkt man!“ Das Bistro wird nun den Werkstätten angegliedert. Damit gehen, so Bernd Jahnke, bauliche und organisatorische Veränderungen einher. „Das kann bedeuten, dass das ,Lespresso’ im Spätsommer für vier bis sechs Wochen geschlossen werden muss. Einfach weil wir umbauen, denn wir wollen dort eher noch mehr Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Das Café und Bistro ist ein sehr beliebter Arbeitsplatz.“

Allein schon vor diesem Hintergrund verbiete sich eine Schließung: „Für mich ist das ein ganz tolles Projekt an einem sehr attraktiven Standort. Im Focus steht für uns nicht, damit viel Geld zu verdienen. Das ,Lespresso’ ist ein Ort der Begegnung. Menschen mit Behinderung erleben große Wertschätzung und Anerkennung. Und wo sonst können sie sich im öffentlichen Raum als Gastgeber fühlen?“

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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