Landkreis Nienburg stellt Anfrage an das Epidemiologische Krebsregister

Krebs-Häufung? Gewissheit frühestens im Frühjahr

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Experten-Runde zur Krebs-Häufigkeit in Rodewald (v.l.): Torsten Rötschke, Knut Hallmann, Dr. Torsten Vogel, Michael Hoopmann und Kathrin Otte.

Steimbke - Von Kurt Henschel. Offizieller Startschuss gestern im Küsterhaus neben dem Rathaus der Samtgemeinde Steimbke: Dorthin hatte der Landkreis eingeladen, um mitzuteilen, wie es bezüglich einer vermeintlichen Häufung von Leukämie-Fällen in Rodewald weitergehen soll. Landkreis-Pressesprecher Torsten Rötschke teilte mit, dass der Landkreis eine Krebscluster-Untersuchung eingeleitet hat. Gewissheit könne es aber erst frühestens im Frühjahr kommenden Jahres geben.

Als Teil der Untersuchung, ob es in Rodewald tatsächlich mehr Leukämie-Fälle gibt, die im Zusammenhang mit jahrzehntelanger Erdöl-Förderung stehen könnten, sei laut Rötschke eine Anfrage an das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) zu aufgetretenen neuen Krebserkrankungen gestellt worden. Die Auswertung soll klären, ob und in welchem Umfang es Auffälligkeiten in der Samtgemeinde Steimbke und insbesondere in der Gemeinde Rodewald gibt. Augenmerk der Untersuchungen gilt den Krebserkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems – also zu den sogenannten hämatologischen Krebserkrankungen wie beispielsweise Leukämie.

Zur Abstimmung der jeweiligen Schritte bei der Untersuchung ist eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, der neben Mitarbeitern der Kreisverwaltung auch Steimbkes Samtgemeindebürgermeister Knut Hallmann, Bürgermeisterin Katharina Fick sowie Kathrin Otte vom „Gemeinnützigen Netzwerk für Umweltkranke“ (Genuk) als Vertreterin der Betroffenen angehören. Mitarbeiter des EKN und des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts sind mit der fachlichen Unterstützung betraut.

„Die Auswertung des Epidemiologischen Krebsregisters ist für das weitere Vorgehen von zentraler Bedeutung“, betont Dr. Torsten Vogel, der als Leiter des Kreisgesundheitsamts in Nienburg der Arbeitsgruppe und der Untersuchung vorsteht. „Wir brauchen jetzt zunächst einmal die Gewissheit, ob und in welchem Maße Krebserkrankungen gehäuft aufgetreten sind oder weiterhin auftreten“, ergänzte der Mediziner.

Die Anfrage des Landkreises sieht eine Auswertung der hämatologischen Krebs-Neuerkrankungen in der Samtgemeinde Steimbke in den Jahren von 2005 bis 2013 vor. Nur für diesen Zeitraum liegen beim EKN entsprechende Daten vollständig vor, hieß es bei der gestrigen Pressekonferenz.

Die Untersuchung soll Klarheit darüber bringen, ob es eine auffällige Häufung der Erkrankungen gegeben hat oder gibt. Hinweise auf mögliche Ursachen liefere die Auswertung indes nicht. Deshalb will das Gesundheitsamt des Landkreises auch versuchen, Kontakte zu bisher nicht bekannten Betroffenen aufzunehmen, um individuelle Krankheitsgeschichten und Hinweise auf Risiko-Faktoren zu bekommen. Ein entsprechender Fragebogen sei mit Michael Hoopmann vom Landesgesundheitsamt sowie Kathrin Otte abgestimmt worden.

Knut Hallmann als Samtgemeindebürgermeister erklärte, dass er sich sehr wohl um die möglichen gesundheitliche Risiken der Erdöl-Förderung sorge, aber ebenso über einen „großen Image-Schaden“ für seine Samtgemeinde. Die bebaubare Fläche, so Hallmann, sei im Wert um 25 Prozent gefallen, nachdem der NDR über die vermeintliche Häufung der Krebserkrankungen berichtet hatte. Er sei daran interessiert, „verantwortungsbewusst mit dem Thema umzugehen“, so der Hausherr der Runde.

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