Landkreis-Fachausschuss diskutiert über Eindämmung der Population

Katzen-Kastration nach dem Gutschein-Prinzip

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Mit dem Thema Katzen-Kastration befasst sich am Mittwoch in Nienburg die Politik.

Nienburg - Von Kurt Henschel. Geschätzt mehr als acht Millionen Hauskatzen lebten in Deutschland, davon anteilig etwa 13000 im Bereich des Landkreises Nienburg, so die Verwaltung. Eine Einschätzung darüber, wie viele verwilderte Katzen zusätzlich herumlaufen, sei statistisch nicht zu beziffern.

Die SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie die Wählergemeinschaft, die im Kreistag die Fraktion der „Kooperation“ bilden, hatten – wie bereits kurz berichtet – den Erlass einer Kastrationsverordnung für Katzen beantragt, doch die Prüfung der Verwaltung hatte ergeben, dass dafür keine rechtlichen Grundlagen vorliegen. Im Zuge der Prüfung des Antrags der „Kooperation“ sei die Verwaltung auf ein Modell-Projekt gestoßen, das der Kreis Nordfriesland bereits erfolgreich praktiziert habe. Darüber, ob dieses Modell auch im Landkreis Nienburg umsetzbar und gewollt sei, will der Ausschuss diskutieren.

Das Nordfriesland-Modell basiert auf einem Gutschein-Prinzip: Über die jeweiligen Ordnungsämter der Gemeinden sollen Katzen-Halter je einen Gutschein im Wert von 25 Euro für die Kastration bekommen. Tierärzte beteiligen sich, indem sie ohne Honorar jedes Gutschein-Tier mit einem Mikrochip kennzeichnen und in einer bundesweiten Datenbank registrieren. Da die Kosten der Kastration für einen Kater rund 50 Euro und für eine Katze etwa 100 Euro betragen, stießen Besitzer von Katzen oftmals an ihre finanziellen Grenzen, denn für die Kennzeichnung des Tieres kämen noch einmal etwa 25 Euro hinzu. Der Wert des Gutscheins erhöhe sich dank Tierarzt-Beteiligung auf etwa 50 Euro – damit verblieben für Katzen-Besitzer Kosten von 25 Euro (für einen Kater) beziehungsweise 75 Euro (für eine Katze) inklusive Registrierung.

Recherchen der Kreisverwaltung hätten ergeben, dass die Gemeinden und die Tierärzte im Landkreis „grundsätzlich bereit“ seien, diese Aktion mitzutragen. Die Gemeindeverwaltungen wollen für das Projekt 0,10 Euro pro Einwohner in ihren Haushaltsplänen für das Jahr 2015 aufnehmen.

Das Projekt soll zunächst drei Jahre laufen. Danach gibt es eine Bilanz und eine Entscheidung über eine mögliche Fortsetzung der Vorgehensweise, die zur Eindämmung der Katzen-Population auf vier Säulen stehen soll:

- Intensive Öffentlichkeitsarbeit, möglichst in enger Zusammenarbeit mit Tierschutz-Organisationen, Tierärzten und Veterinäramt.

- Bezuschussung der Kastration in Form von Gutscheinen über die Gemeinden.

- Finanzielle Unterstützung der Tierschutz-Verbände zur Kastration verwilderter Katzen durch den Landkreis.

- Unentgeltliche Kennzeichnung und Registrierung durch die praktizierenden Tierärzte sowie die Abrechnung der tierärztlichen Leistung für die Kastration zum einfachen Satz nach der Tierärzte-Gebührenordnung.

Das Projekt verursache jährlich Kosten von rund 15000 Euro. Insgesamt 12000 Euro davon kämen auf die als Ordnungsbehörden zuständigen Gemeinden zu, so die Verwaltung.

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