Landkreis: Anfang Mai steht Alkohol auch bei Jugendlichen hoch im Kurs

„Vorglühen“ – und dann berauscht zur Feier

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„Vorglühen“ in einer privaten Gartenhütte – zu sehen sind hier die Hinterlassenschaften. Experten befürchten für die Mai-Feiertage exzessiven Alkoholgenuss bei Jugendlichen und sehen Erwachsene in der Pflicht.

Nienburg - Die Mai-Feiertage stehen vor der Tür und sind für viele Menschen Anlass zum fröhlichen und ausgelassenen Feiern – allerdings oft in Verbindung mit zu viel Alkohol. Laut Auswertung einer kreisweiten Befragung von Schülern ist der Konsum von hartem Alkohol bereits in jungen Jahren zentrales Thema.

Damit Jugendliche die anstehenden Feiertage friedlich und unbeschadet überstehen und auch die bestehenden Jugendschutzregelungen einhalten, bittet der Landkreis Nienburg die erwachsenen Bürger um Unterstützung und ein vorbildliches Verhalten für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.

Den Stellenwert, den Alkohol bei Jugendlichen hat, kennt Peter Karaskiewicz vom Landkreis als Koordinator der Präventionsstrategie „Communities That Care – CTC“, in dessen Rahmen 1500 Schüler auch zum Thema Alkoholkonsum befragt worden waren. „Je nach Wohnort haben zum Teil mehr als die Hälfte der befragten Schüler angegeben, bereits harten Alkohol getrunken zu haben. 80 Prozent der befragten Schüler waren jünger als 16 Jahre, und etwa jeder siebte Schüler trinkt der Umfrage nach häufig harten Alkohol“, berichtet Karaskiewicz.

Das sei besonders beunruhigend vor dem Hintergrund einer Studie der University of Washington aus dem Jahr 2006, nach der fast jeder zweite Jugendliche, der bereits mit 13 oder 14 Jahren beginnt, Alkohol zu trinken, in die spätere Abhängigkeit rutscht.

„Genau wie Erwachsene wollen auch Jugendliche an Feiertagen und auf Feiern ausgelassen sein und Spaß haben“, erläutert Claudia Oelsner vom Fachdienst Jugendarbeit und Sport des Landkreises. „Neugierde oder auch das Ansehen bei den Freunden verleiten allerdings oft gerade die Jüngeren dazu, sich zu überschätzen und die Gefahren von übermäßigem Alkoholkonsum zu unterschätzen“, sagt Oelsner. Sie wirbt an dieser Stelle für die Einhaltung des Jugendschutzes und für einen risikoarmen Konsum. Ziel sei nicht unbedingt die Abstinenz, sondern das richtige Maß. Hier seien die Eltern und alle anderen Erwachsenen an ihre Verantwortung und ihre Vorbildfunktion erinnert. „Sprechen Sie mit den Kindern und Jugendlichen deutlich über die Gefahren und Konsequenzen von übermäßigem Alkoholkonsum. Machen Sie auf den Jugendschutz aufmerksam und erklären Sie, dass die Abgabe von Alkohol an unter 16-Jährige verboten ist und ,harte‘ Alkoholika nicht an unter 18-Jährige abgegeben werden dürfen.“ Oelsner rät zu einer klaren und eindeutigen Vereinbarung, ob und wie die Kinder und Jugendlichen mit Alkohol umgehen sollen.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten komme es häufig zum sogenannten „Vorglühen“: Schon auf dem Weg und an den Treffpunkten werde massiv Alkohol zu sich genommen, sodass manch Jugendlicher bereits vor dem eigentlichen Feiern einen Rauschzustand erreicht habe. Dieser, so die Fachleute, stelle ein erhöhtes gesundheitliches Risiko dar und sei gerade im Jugendalter früh erreicht. Weitere Folgen übermäßigen Konsums könnten Übelkeit, Erbrechen, Desorientierung, Bewusstlosigkeit und Unterkühlung sein. Dies seien bereits Symptome einer Alkoholvergiftung, die bei entsprechender Alkoholkonzentration laut Oelsner und Karaskiewicz bis zum Atemstillstand oder zum Kreislaufversagen führen könne.

hen

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