Land im Umbruch: Weltgebetstag 2016 aus Kuba / Eine Übersicht der Veranstaltungen im Kirchenkreis Nienburg

Ideal und Wirklichkeit klaffen auseinander

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Diese kubanischen Frauen strahlen Lebensfreude aus.

Nienburg - Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern Menschen den Weltgebetstag. Der Gottesdienst wird jährlich von einer Gruppe Frauen aus einem anderen Land vorbereitet, die verschiedenen christlichen Kirchen angehören. Ihr Heimatland ist gleichzeitig Thema des Weltgebetstages.

Ökumenische Frauengruppen auf der ganzen Welt treffen sich daraufhin und bereiten genau diesen Gottesdienst in ihrer Sprache für ihre Gemeinden vor. Dieses Jahr ist Kuba das Schwerpunktland des Weltgebetstags.

Seit das Treffen von Raúl Castro und Barack Obama die jahrzehntelange Eiszeit zwischen Kuba und den USA beendete, ist der Karibikstaat zurück im Fokus der Weltöffentlichkeit. Wie aber sehen kubanische Frauen ihr Land? Was sind ihre Sorgen und Hoffnungen angesichts politischer und gesellschaftlicher Umbrüche? Die Antworten darauf geben Christinnen aus Kuba an ihrem Weltgebetstag „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“.

An sechs verschiedenen Orten wird dieser Gottesdienst am 4. März im Kirchenkreis Nienburg gefeiert. Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Kuba“ beschreiben die Frauen der Vorbereitungsgruppen als „spannend“ und „exotisch“, aber auch „sehr lehrreich“. „Das ist es ja gerade, was ich am Weltgebetstag so mag, dass man so viel über ein anderes Land erfährt – und zwar nicht aus dem Reisekatalog, sondern von den Menschen vor Ort“, sagt eine der Mitwirkenden. Und eine andere fügt hinzu: „Das ist immer ein bisschen, als wäre man dort zu Besuch – und dieses Jahr besuchen wir eben Kuba: Mit seiner Musik und dem guten Essen, und mit den Gedanken und Hoffnungen, welche die Frauen dort für uns niedergeschrieben haben. Das ist wirklich interessant und macht einfach Spaß.“

Von der „schönsten Insel, die Menschenaugen jemals erblickten“ soll Christoph Kolumbus geschwärmt haben, als er 1492 im heutigen Kuba an Land ging. Mit subtropischem Klima, langen Stränden sowie seinen Tabak- und Zuckerrohrplantagen ist Kuba ein Natur- und Urlaubsparadies.

Nach der Revolution von 1959 wurde Kuba ein sozialistischer Staat. Die daraufhin von den USA verhängte Blockade gilt als hauptverantwortlich für Versorgungsengpässe und Isolierung der Insel von der „westlichen Welt“.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlor Kuba seinen wichtigsten Handelspartner und durchlebte in den 1990ern eine tiefe Krise. In den letzten Jahren wächst – trotz tiefgreifender Reformen – die wirtschaftliche Ungleichheit. Menschenrechtsorganisationen wie „Amnesty International“ beklagen seit langem eine massive Einschränkung der Presse- und Versammlungsfreiheit.

Dagegen gilt Kuba bezüglich der Frauenrechte international als Vorbild, die Gleichstellung der Geschlechter ist in der Verfassung verankert. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft himmelweit auseinander. Die meist berufstätigen Kubanerinnen sind häufig alleinverantwortlich für Haushalt, Kinder und die Pflege Angehöriger. Die Folgen der gesellschaftlichen Umbrüche treffen sie besonders hart.

An der Gestaltung der Gottesdienstordnung zum Weltgebetstag 2016 waren unter anderem baptistische, römisch-katholische, apostolische sowie Frauen der Heilsarmee, der Quäker und der Pfingstkirche Christi beteiligt.

Die Kollekten der Gottesdienste zum Weltgebetstag in Deutschland, und somit auch in Nienburg, unterstützten unter anderem vier Projekte von Partnerorganisationen in Kuba, welche die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rechte von Frauen und Mädchen dort stärken.

Veranstaltungen am Weltgebetstag (4. März) im Kirchenkreis Nienburg in der Übersicht:

Nienburg (Kreuzkirche, St. Martin, St. Michael, Ev.-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), Katholische Gemeinde St. Bernward, Langendamm, Estorf und Husum): 19 Uhr Gottesdienst in der ev.-luth. Kreuzkirche, anschl. Beisammensein mit Imbiss.

Holtorf (gemeinsam mit Erichshagen und Drakenburg-Heemsen): 18.30 Gottesdienst im Gemeindehaus der ev.-luth. Gemeinde Holtorf, anschl. Beisammensein mit Imbiss.

Borstel-Pennigsehl (gemeinsam mit Staffhorst):19 Gottesdienst in der ev.-luth. Kirche Borstel, anschl. Beisammensein mit Imbiss.

Liebenau (evangelisch und katholisch, gemeinsam mit Binnen/Bühren): 19 Uhr Gottesdienst in der röm.-kath. St. Stephanus-Kirche Liebenau.

Marklohe / Holte (gemeinsam mit Balge/Schweringen und Wietzen): 19 Gottesdienst in der St. Clemens-Romanus-Kirche Marklohe.

Rodewald/Lichtenhorst (gemeinsam mit Steimbke): 18 Gottesdienst in der Kapelle Lichtenhorst, anschl. Beisammensein im Gemeindesaal.

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