Rauber einstimmig in Erichshagen gewählt 

Korporalschaft 67: Mahlmann setzt sich zur Ruhe

Haben Abschied und Neuanfang gefeiert (von links): Jörg Mahlmann und Pedro V. Rauber auf der Ruhestands-Bank, die die Korporalschaft Mahlmann geschenkt hat.

Erichshagen - So lange er noch laufen kann, wird er beim Schützenfest in Erichshagen/Wölpe ausmarschieren, sagt Jörg Mahlmann – allerdings nicht mehr als Korporal. Nach 30 Jahren übergibt Mahlmann diese Aufgabe nun in jüngere Hände. Einstimmig wählten die Mitglieder der Korporalschaft 67 bei ihrer Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag im Funktionsgebäude des SBV in Erichshagen Pedro V. Rauber in dieses Amt.

1988, im Alter von 27 Jahren, wurde Mahlmann als Nachfolger seines Vaters zum Vorsitzenden der Korporalschaft 67 gewählt. Allen Zweiflern der älteren Generation, die dem jungen Korporal diese Aufgabe nicht zutrauten, bewies er in den kommenden Jahren das Gegenteil.

Willy Krumdieck trug bei der Versammlung eine Zusammenfassung über Mahlmann Amtszeit „up Platt“ vor. Angefangen beim Glück, das der neue Korporal mitbrachte und der Gruppe mit Jürgen Deking direkt im Jahr 1989 den Schützenkönig bescherte, bis hin zu den noch immer bestehenden Freundschaften mit der Holtorfer Korporalschaft Schipser Ende und der Guggä-Kapelle „Schnüffler“ aus Kaltbrunn in der Schweiz.

Die Korporalschaft 67 feierte 2017 ihr 50-jähriges Bestehen. 

„Es gab viele schöne Zeiten und ich habe tolle Leute kennengelernt“, sagt Mahlmann rückblickend. Es habe zwar auch mal nicht so schöne Momente gegeben, doch trotzdem war der Erichshagener immer mit Freude dabei. Doch nach rund 45 Jahren unter der Führung der „Mahlmänner“ sei es Zeit, für jemand neues. Dass jetzt Rauber in seine Fußstapfen tritt, freut ihn sehr: „Pedro ist ruhig, sachlich und kann mit jedem gut umgehen.“ Seit 2011 ist Rauber Mitglied der „67er“ und seitdem auch als Zugezogener so richtig in Erichshagen/Wölpe angekommen. „Spätestens nach dem zweiten Schützenfest kennt man das ganze Dorf“, sagt der 39-Jährige.

Kameradschaft ist in Erichshagen wichtig 

In der Korporalschaft war die Kameradschaftspflege immer ein wichtiger Bestandteil, daran möchte Rauber anknüpfen. „Jörg hat das in den vergangenen 30 Jahren sehr gut gemacht. Es wird schwer sein, das zu toppen – das ist auch nicht mein Ziel“, sagt er.

Vielmehr möchte er, dass unter den 85 Mitgliedern weiterhin eine gute Stimmung herrscht und hält an lieb gewonnen Traditionen wie der Grünkohltour, dem monatlichen Schießen und sommerlichen Grillabenden fest. Außerdem wichtig ist Rauber der Kontakt zu den „Schweizern“, wie die befreundete Guggä-Kapelle genannt wird.

An die Anfänge dieser Bekanntschaft erinnert sich auch Mahlmann gerne zurück. „Der erste Besuch in der Schweiz im Jahr 2004 war ein großes Erlebnis für mich“, sagt der Korporal a.D. Im vergangenen waren die Gäste mal wieder beim Schützenfest in Erichshagen/Wölpe dabei – passend zum 50-jährigen Jubiläum der „67er“. Dieses Fest nahmen die Schweizer auch gerne zum Anlass, um Mahlmann mit einer eigenen Königsscheibe zum „König der Herzen“ zu küren.

Die Korporalschaft 67 feierte 2017 ihr 50-jähriges Bestehen. 

Mit diesem Titel kann sich Mahlmann nun zur Ruhe setzen. Das haben seine Kameraden wörtlich genommen und dem Dienstältesten Korporal in Erichshagen/Wölpe eine aus Handarbeit gefertigte Bank aus Douglasienholz geschenkt. Das typische Logo der Truppe durfte auf dem Kissen auch nicht fehlen. „Das war eine schöne Überraschung“, sagt Mahlmann.

Wichtiger Teil der Bürgerkompanie

Ortsbürgermeister und erster Vorsitzender der Bürgerkompanie Erichshagen/Wölpe, Tim Hauschildt, der selbst der Korporalschaft angehört, wünschte in seiner Ansprache während der Mitgliederversammlung dem neu gewählten Korporal viel Erfolg in seinem Amt. Weiterhin würdigte Hauschildt, die Aktivitäten der „67er“ und erklärte, dass sie in Erichshagen ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Bürgerkompanie seien.

Der neue Korporal freute sich besonders über eine seiner ersten Aufgaben während der Versammlung: Er begrüßte neu in der Korporalschaft Christian Geldermann, Lukas Haßbecker und Justin Cordes und wünscht sich weiterhin Nachwuchs für die „67er“.

Pfingsten steht das erste Schützenfest für „den Neuen“ an, unterstützt werde er dabei selbstverständlich noch von Mahlmann, sagt der Altkorporal, der den „67ern“ treu bleibt: „Ich freue mich darauf, einfach dabei sein zu können.“

jom

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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