Konkrete Pläne für Nachnutzung des alten Gagfah-Gebäudes / Archiv und Bibliothek sollen einziehen

"Drei Fliegen mit einer Klappe"

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So könnte die Seite zur Langen Straße aussehen.

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. „Drei Fliegen mit einer Klappe“ will die GBN zentral gelegen an der Langen Straße in Nienburg schlagen. So fasste Geschäftsführer Claus Vollmer die Pläne für das ehemalige Gagfah-Gebäude mit den Hausnummern 31 und 33 zusammen.

Die GBN hatte das Haus vor einem Jahr gekauft und will es nun nicht nur sanieren und somit das Stadtbild verbessern, mit der Bibliothek und dem Stadt- und Kreisarchiv sollen dort zudem zwei Einrichtungen einziehen, um deren Zukunft sich die Politik der Stadt schon seit Jahren sorgt.

1970 war das Gebäude erreichtet worden. 41 Wohnungen, von denen heute nur noch einige vermietet sind, vier seit Jahren leer stehende Gewerbeflächen sowie eine Parkgarage gehören zum Komplex, das auf der Rückseite zur „Krummen Straße“ gelegen ist.

Der Entwurf der Rückseite zur "Krummen Straße".

Im anonymisierten Verfahren hatte die GBN drei Architekturbüros den Auftrag einer Planungs- und Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Am meisten überzeugt hat der Vorschlag des Büros „Kahlhöfer-Korschildgen" aus Köln. Demnach soll die Tragwerkkonstruktion zur Langen Straße hin ebenso erhalten bleiben wie Keller und Garage. Der Rest wird abgerissen und neu aufgebaut. Es soll sich allerdings städtebaulich und architektonisch gut einfügen, meint GBN-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Warnecke: „Es fügt sich ins Bild ein, auch weil mit Ziegel und Sandstein gearbeitet wird.“ Auf fast gleich großen Flächen sollen das Archiv (930 Quadratmeter) und die Bibliothek (940) untergebracht werden, von den vier Wohnungen erstrecken sich zwei über zwei Etagen.

Nach einer Planungs- und Beratungszeit von einem Halben- bis Dreivierteljahr rechnet Vollmer mit einer Abbruch- und Bauzeit von rund zwei Jahren. Dann können die Mieter, zum größten Teil aufgrund der beiden Einrichtungen im Erdgeschoss die Stadt Nienburg, einziehen. Wenn es denn alles so kommt.

Da zeigen sich sämtliche Beteiligten bislang zwar sehr optimistisch. Aber noch müssen die Ideen politische Gremien durchlaufen. Dass es dabei aber keine größeren Probleme geben sollte, meint Horst Prüfer, seines Zeichens Vorsitzender sowohl im zuständigen Kulturausschuss als auch des Stadtrates. „Wir befinden uns in einem Zustand größerer Zufriedenheit“, brachte er die überwiegende Gemütslage charmant auf den Punkt. Keine Zweifel bestünden daran, dass die Zustände im Archiv an der Verdener Straße nicht zeitgemäß seien, ähnlich sei die Situation am Posthof, wo derzeit die Bücherei untergebracht ist.

Im Grunde gehe es auch weniger um die Frage, ob die Stadt wolle, sondern, ob sie könne, meinte Bürgermeister Henning Onkes. Und auch er zeigte sich „sehr begeistert vom Entwurf“. Insbesondere die Kombination aus Archiv und Bibliothek könnte reizvoll sein. Einen Lesesaal können sich beide teilen, historische Bücher, Kulturamtsleiter betonte Wolfgang Lange, seien schon lange ins Archiv ausgelagert.

Stelen könnten als Hingucker auf Archiv und Bibliothek hinweisen.

Sollte aus den Entwürfen Realität werden, könnte das auch die südliche Lange Straße beleben. Von bis zu 70 000 Besuchern allein am Posthof sprach Lange. Mehrere 100 wären das runtergerechnet pro Tag, die gegenüber vom Historischen Rathaus ein und ausgingen, meint GBN-Chef Vollmer. Dazu passe auch, dass zusätzlich ein Café in den Planungen des Büros die Nutzung des Gebäudes vervollständigen könnte. Über die Kosten wollte Vollmer, auch mit Blick auf die noch lange nicht abgeschlossenen Planungen, nichts sagen.

Während die Gewerbeflächen schon seit Jahren keine Nutzung mehr haben, sind letzte Wohnungen – wenn auch nur ein paar – noch bewohnt. Nachmieter für bereits gekündigte suche die GBN nicht mehr, spätestens wenn es ernst wird, wolle das Unternehmen bei der Beschaffung von Alternativen der verbliebenen Mieter behilflich sein, erklärte Vollmer. Und sollte sich die Politik tatsächlich wider Erwarten gegen den Umzug von Bibliothek und Archiv in den Neubau aussprechen, dann mache sich die GBN auf die Suche nach Plan B, versprechen Vollmer und Warnecke. Da, so verlautete von den bei der Vorstellung Anwesenden, gehe aber derzeit niemand von aus. Die Pläne stehen derzeit im Vestibül des Rathauses für die Öffentlichkeit zum Ansehen parat.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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