Kommentar zur „Schlammschlacht“ in Marklohe

Das geht in keinem Fall gut

Ein Kommentar von Kurt Henschel. Das Abwahl-Verfahren gegen Marklohes Verwaltungs-Chef und Samtgemeindebürgermeister Volker Friemelt hat mittlerweile eine „Qualität“ erreicht, die mehr als deutlich macht, dass die Samtgemeinde nicht nur kurzfristig Schaden nimmt.

Gemeint sind damit nicht etwa Schäden, die Friemelt beim Verbleib im Amt noch „anrichten“ könnte. Viel eher geht es um das völlig zerstörte Image. Die Frage, wie der Bürgermeister denn nach dem 13. September auf die jetzigen Mitglieder des Rates zugehen will, um zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit zu gelangen, stellt sich nicht: Bleibt Friemelt per Votum der Bürger im Amt, ist der jetzige Rat weg. Das hat jedenfalls das Gros derer, die das Abwahl-Verfahren eingeleitet haben, bereits verkündet. Ob es dann bis zur Kommunalwahl 2016 überhaupt noch einen Samtgemeinderat in Marklohe gibt, ist völlig unklar. Derart viele Nachrücker dürfte es nicht geben. Und wenn?

Wollen die überhaupt in dieses Gremium, das sich gerade eine „Schlammschlacht“ mit dem Verwaltungs-Chef liefert? Und gibt es Leute, die angesichts des aktuellen Theaters Lust verspüren, sich aufstellen zu lassen? Wohl kaum. Müsste Volker Friemelt seinen Stuhl räumen, bliebe der aktuelle Rat unverändert, denn dann hätte er ja sein Ziel erreicht. Und dann? Dann wollen die Initiatoren des Abwahl-Verfahrens einen gemeinsamen Kandidaten finden, der Volker Friemelt beerben soll. Wo soll der herkommen? Für den Fall, dass über die Grenzen Marklohes beziehungsweise des Landkreises hinaus bekanntgeworden sein sollte, was da in Marklohe gerade abgeht, dürften sich mögliche Kandidaten für die lukrative B 1-Position schütteln und abwinken. Vielleicht, ganz vielleicht, böte die Übernahme der Verwaltung in der Samtgemeinde Marklohe aber auch eine Chance für einen Kandidaten, alles wieder ins Lot zu bringen. Vielleicht.

Das Ansehen der Samtgemeinde Marklohe hat bereits gelitten. Ohne zu wissen, wie der Bürgerentscheid am 13. September ausgeht, steht schon jetzt fest, dass das alles auf keinen Fall gutgehen kann. Zu viel Porzellan ist zerschlagen, zu viele Fragen sind entweder noch unbeantwortet beziehungsweise bekommen vermutlich niemals eine Antwort. Vollkommen in der Zwickmühle stecken die Einwohner Marklohes mit den Ortsteilen Balge, Wietzen und Marklohe. Wie sollen sie sich entscheiden? Sie stehen allesamt vor einem schmerzhaften Urnengang, denn dabei geht es auch um einen Menschen, den die Mehrheit von ihnen vor rund zwei Jahren in das Amt gehievt hatte. Sollten sie am 13. September keine Freude am Schmerz haben, dann gehen sie ihm sicher aus dem Weg und gefährden das Quorum von 25 erforderlichen Prozent Wahlbeteiligung.

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