Kommentar

Nur die halbe Wahrheit

Geht es nach der Markloher Samtgemeindeverwaltung, gibt es bald 400 Stunden weniger Betreuungszeit in den Freibädern Wietzen und Marklohe, als in den Vorjahren. Besucherfreundlich sieht anders aus.

Konnten Badegäste im vergangenen Jahr noch ausgeschlafen im Wietzener Becken planschen, ist das Vergnügen ab dieser Saison wohl Menschen vorbehalten, die nichts gegen ein Weckerbimmeln um 6 Uhr morgens einzuwenden haben.

Denn wie die Samtgemeindeverwaltung plant, müssen die Freibadbesucher ihre Routine unter der Woche künftig bis 8.30 Uhr beendet haben.

Das passt ja hervorragend in die Sommerferien: Ich sehe schon die Jugendlichen in ihren heißgeliebten Ferien früher schlafen gehen, damit sie morgens ins kalte Nass springen können. Nicht? Die wird es wohl eher an einen der überlaufenen Baggerseen ziehen, weil sie dort auch schwimmen können, wenn anderswo (Vormittags-)Pause gemacht wird. Spätestens, wenn sich die Senioren als treue Stammgäste über den Haufen schwimmen, weil das Früh-Angebot um die Hälfte gekürzt wurde, wird die Verwaltung erkennen, dass man auch am falschen Ende sparen kann. Klar, es fehlt auch am Betreuungsteam. Wenn niemand aufpasst, darf auch niemand baden. Aber welcher Schwimmmeister hat schon Lust, für zweieinhalb Stunden bezahlte Arbeitszeit um 5 Uhr aufzustehen? Ich kenne keinen. Vermutlich, weil sich die Zunft immer rarer gemacht hat. Mit solchen Arbeitszeiten lockt man eben keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor.

Den Leuten nun zu erzählen, sie dürften seltener schwimmen, weil sie nicht oft genug schwammen, ist jedenfalls nicht die ganze Wahrheit.

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