Kolumne: Guten Morgen!

Ich habe keine Wahl

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Eine Kolumne von Johanna Müller. Mitmischen, meine Stimme abgeben und damit die Politik in meiner Heimat Nienburg zumindest ein wenig beeinflussen. Das darf ich bei der Wahl am Sonntag - nicht.

Johanna Müller

Denn ich wohne noch keine drei Monate in der Kreisstadt. Das ist jedoch eine Voraussetzung dafür, um wählen gehen zu dürfen. Eine verständliche Regelung, denn wer zieht schon in eine Stadt und kennt sich so gut aus, um eine begründete Wahl zu treffen. Wohl kaum jemand. Ich aber schon. Denn ich lebe seit 25 Jahren in dieser Kleinstadt. Nur mein Wohnsitz lag zwei Jahre nicht dort. Für die Ausbildung zur Redakteurin bin ich nach Celle gezogen. Trotzdem hat sich mein Privatleben in Nienburg abgespielt. Ich kenne die Stadt genauso wie die Gesichter auf den Wahlplakaten.

Einige davon würde ich gerne wählen. Doch die Regelung ist eindeutig: Nur wer am Wahltag drei Monate in einer Kommune gemeldet war, darf dort wählen. Das bestätigten mir die Mitarbeiter der Stadt Nienburg. Zumindest bin ich nicht alleine. Auch mein Kollege Jan Dirk Wiewelhove darf nicht wählen. Er ist zum 1. Juli nach Syke gezogen. Und damit - sowie ich - exakt 19 Tage zu spät. Ebenso stimmlos ist der Kollege Marc Lentvogt, der kürzlich nach Weyhe zog.

Also warten wir am 11. September einfach ab, bis die ersten Ergebnisse auf kreiszeitung.de veröffentlicht werden. Es ist schon schade, dass ich meine Kandidaten nicht unterstützen kann. Am meisten stört mich jedoch, dass ich dann auch nicht über die Sieger meckern kann. Denn ich habe immer die Meinung vertreten: Wer nicht wählt, darf sich auch nicht beschweren. Mist.

Mehr aus der Region zum Wahlrecht

Großes Interesse an Briefwahl

//www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/syke-ort44535/sofort-briefwahl-moeglich-6667988.html

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