Klackern im Kollektiv

Clogging Convention bringt drei Tage lang Tanzwütige zusammen

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Kein Wettbewerb, sondern die Freude am gemeinsamen Tanz – so ist die Clog Convention aufgebaut. 

Loccum – Es klackert in Rehburg-Loccums Stadtsporthalle ebenso wie in der „Halle für alle“ nebenan. 220 Tänzer mit Metallplättchen unter den Schuhen sorgen für das vielstimmige Geräusch. Was in den Pausen leicht gewöhnungsbedürftig ist, wird immer dann, wenn Musik ertönt, zu einem einheitlichen Rhythmus. Dann formieren sich die Clogger – also die Tänzer – mit ihren Taps, den Metallbeschlägen unter den Schuhen, in langen Reihen vor der Bühne und lassen ihre Füße in dem Takt auf den Boden kommen, den der Trainer (Constructor) vorgibt. So begann die erste Clog Convention in Loccum.

Tabea zeigt, was Clogging ausmacht: vier Metallplättchen unter den Schuhen, die das markante Geräusch erzeugen. Nun ja – bei Tabea sind es drei. Eines hat sich irgendwann im Laufe des Tages verabschiedet. Die Siebenjährige kommt aus Bonn, und ihre Eltern, die würden Clogging schon lange machen. Sie selbst sei das erste Mal dabei. Wenig später steht sie in einer Reihe mit vielen weiteren Tänzern und führt vor, was sie an diesem Tag gelernt hat.

Clogging ist ein Familiensport für Kinder, Eltern, Großeltern und alle anderen, die Lust auf Bewegung und Rhythmus haben. Der älteste unter den Tänzern ist 79 Jahre alt – und der Vater des Constructors der Tanzgruppe, Gunnar Lanatowitz.

„Magic Feet“, so nennt sich die gastgebende Tanzgruppe der Convention. Vor rund sieben Jahren haben sie sich als eine von 17 Sparten des TV Jahn Rehburg gegründet. Im Landkreis Nienburg sind sie die einzigen, die den Sport betreiben, und auch in den Nachbar-Kreisen ist die Niesche nicht weit verbreitet. Die nächsten Gruppen, sagt Lanatowitz, gebe es in Hannover und in Braunschweig. Er selbst kommt aus Etelsen bei Bremen. Dort leitet er eine weitere Gruppe an, die ebenfalls zu den Organisatoren in Loccum gehört. Einmal im Monat fährt er nach Loccum, um mit der Clogging-Gruppe des TV Jahn mal so richtig das Jugendzentrum durchzuklackern.

Auch Tabea klackert in der Loccumer Stadtsporthalle – ihre ersten Berührungen mit Clogging.

Eine, die seit Beginn dabei ist, ist Britta Papenhausen. Früher habe sie Stepptanz gemacht, sagt die Rehburgerin, dann Clogging kennengelernt. Für sie war die Erweiterung des Stepptanzes reizvoll. An die Metallplättchen an Ferse und Spitze sind beim Clogging nämlich weitere bewegliche Plättchen angeschraubt. Ein Geräusch entsteht so bereits dann, wenn der Fuß nur in der Luft ist. Sie habe jede Menge gelernt, sagt Papenhausen – in einem der vielen Workshops, die für alle, von Anfängern bis zu Meistern im Clogging, angeboten werden.

Immer wieder tummeln sich die 220 Tänzer in den Workshops. Was sie dort lernen, zeigen sie sich an einem Abend gegenseitig. In die allseits bekannten Schritte können schließlich auch diejenigen einsteigen, die tagsüber noch ganz andere Dinge gelernt haben. Am Entspannungsgrad der Gesichter lässt sich ziemlich gut ablesen, wer erst mit Clogging beginnt und wer diese Schritte schon nahezu im Schlaf beherrscht.

Die Convention, erzählt Lanatowitz, werde einmal jährlich angeboten. Loccum kam in Frage, weil es dort zwei Hallen nebeneinander gibt. Das war nötig für die Vielzahl der Teilnehmer und Angebote. Etliche Tänzer haben die „Halle für alle“ auch genutzt, um dort zu übernachten. Andere sind in Jugendherbergen, Ferienwohnungen und Hotels untergekommen.

Besonders zeichne die Convention aus, sagt der Trainer, dass sie keinen Wettbewerb darstelle. Jeder könne mitmachen, niemand werde bewertet. Allem voran soll es Spaß machen. Die Clogger aus ganz Deutschland – vier sind auch aus Großbritannien angereist – bekommen die Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen und voneinander zu lernen.

Wer selbst Lust bekommen hat, bei den „Magic Feet“ mitzutanzen, kann sich mit Gunnar Lanatowitz unter Telefon 0172/89 43 994 in Verbindung setzen. 

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