Stadtentwicklungsausschuss Nienburg einstimmig für zwei Bachquerungen

Jetzt doch zwei Führse-Brücken

Die Brücke über die Führse soll durch einen Neubau ersetzt werden. 400 Meter weiter südlich wird eine zusätzliche Bachquerung entstehen. Dafür stimmte der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag nach langer Diskussion. Foto: Rullhusen

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Nun also doch zwei Führse-Brücken: Nachdem sowohl die Ortsräte in Holtorf und Erichshagen-Wölpe für zwei Bachquerungen stimmten, votierte nun auch der Nienburger Stadtentwicklungsausschuss geschlossen dafür.

Noch Anfang März hatte genau dieses Gremium den Bebauungsplan „Führse Niederung, Teil B“ in die Warteschleife geschickt, weil es die Notwendigkeit von zwei Brücken anzweifelte. Und das, obwohl der Bauausschuss nur eine Woche zuvor den Bau von zwei Brücken dem Rat empfohlen hatte.

Davon war im Ausschuss kaum noch die Rede. Im Gegenteil: „Für mich gibt es nur eine Lösung: Zwei Brücken“, erklärte Klemens Becker (WG). Der Bau von nur einer Brücke würde unter anderem zu einer zusätzlichen Bodenversiegelung führen, weil dann ein neuer Weg angelegt werden müsste, argumentierte Becker. „Die Zwei-Brücken-Variante ist das richtige Thema“, stimmte CDU-Fraktionschef Hans-Peter Rübenack zu. Noch deutlicher nahm die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Anja Altmann, zu dem Thema Stellung. Sie kritisierte die Verlässlichkeit der Politik. „Was wir mit dieser Diskussion losgetreten haben: Die Leute sagen schon ,Die im Rat und Rathaus haben eine Klatsche’“, ärgerte sich Altmann. „Wir sollten prüfen, ob wir diesen Weg weiter gehen wollen. Wir müssen doch zu unserem Wort stehen.“

Lediglich der Liberale Detlef Becker verteidigte die Debatte. „Die Kosten für eine abgängige Brücke waren um über 100 Prozent gestiegen. Wenn wir eine neue Ausgangsposition haben, müssen solche Gedankengänge doch möglich sein“, erklärte der Sprecher der FDP-ULN.

Entstanden war die Diskussion, weil der Volksbank, die das Neubaugebiet „Führse Niederung“ vermarktet, der Bau einer Bachquerung zwischen dem Baugebiet und Holtorf zugesichert worden war. Zugleich hatte sich die Volksbank verpflichtet, einen Teil der Baukosten zu übernehmen. Im vergangenen Jahr ergab eine Brückenprüfung, dass eine bereits 400 Meter weiter nördlich bestehende Brücke marode ist und durch einen Neubau ersetzt werden muss. Inzwischen waren die Baukosten für die neue Brücke um fast das Doppelte gestiegen.

Aufgrund der Diskussion, beide Brücken durch eine in der Mitte zu ersetzen, wurde die Stadtverwaltung nun aktiv. „Wir haben mit Bordmitteln relativ schnell die Wegelängen zwischen der Ein-Brücken- und der Zwei-Brücken-Variante verglichen“, berichtete Claas Bigos, Leiter des Sachgebietes Stadtplanung und Umwelt, dem Gremium. Um bis zu 700 Meter – unter anderem zur Grundschule am Bach – würden Wege bei nur einer Brücke länger. Zudem müsste ein neuer Weg angelegt werden, für den die Stadt Grundeigentum erwerben müsste. Einsparen ließen sich zwischen 60 000 und 80 000 Euro, schätzte Bigos.

Auch Verwaltungschef Henning Onkes erteilte dieser Idee eine Abfuhr. „Ich werde im Rat nicht für diesen Vorschlag stimmen“, betonte Bürgermeister Henning Onkes. „Wir brauchen eine Verlässlichkeit kommunalen Handelns.“ Außerdem stehe die Mobilität von Fußgängern und Radfahrern ganz oben in der Priorität. Onkes hatte sich während der gesamten Debatte immer für zwei Brücken eingesetzt.

Dem im März vertagten Bebauungsplan empfahl der Stadtentwicklungsausschuss anschließend ebenfalls ausnahmslos dem Rat.

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