Investoren lassen Kurbetrieb mit alternativen Heilmethoden aufleben

Blenhorst auf dem Weg zur „Indien-Medizin-Filiale“

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Bernd Lange am alten Sole-Schwimmbecken, in dem das Heilwasser Hauterkrankungen linderte.

Blenhorst - Von Kurt Henschel. Salz, Sole, Moor und Quellen sind da, aber seit rund vier Jahren befinden sich diese Ressourcen im Dauerschlaf. Auch Gebäude sind vorhanden in Blenhorst, einem Natur-Paradies im Bereich der Samtgemeinde Marklohe. Dort gab es einst das „Moorbad Blenhorst“, bis es aus Insolvenz-Gründen den Betrieb einstellte. Seitdem gleicht das Areal einer verlassenen Kleinstadt, in die aber im Verlauf des kommenden Jahres das Leben zurückkehren soll.

Zugewachsene Wege und Brücken sowie Abdeckungen der vorhandenen Quellen, dazu teilweise marode Gebäude und Geräte, die Technik- und vor allem Hygiene-Anforderungen inzwischen nicht mehr genügen, zeigt Bernd Lange. Er war Leiter des Fachdienstes Umweltrecht und Kreisstraßen des Landkreises Nienburg. Mit Erreichen der Altersgrenze ist er vor rund vier Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden. „Ich wollte nicht nur zu Hause rumsitzen, während meine Frau bei der Arbeit ist“, so der Diplom-Ingenieur.

Dank seiner vielen Kontakte und seines hohen Bekanntheitsgrades landete Lange bei der „Maico-Mannesmann-Akademie für Wissenschaft und Bildung“ in Hannover und übernahm dort den Posten des Vorstands. Sein Auftrag: „Finden Sie einen geeigneten Standort für ein aus verschiedenen Heilmethoden zusammengesetztes medizinisches Zentrum.“

Lange suchte. Er besichtigte verschiedene Objekte, doch sie überzeugten ihn alle nicht. Das erzählte er seiner Frau, die ihm dann den entscheidenden Impuls gab. Ihre Frage an ihren Mann: „Wo ist dein Vater geboren, wo bist du aufgewachsen?“ Da sei es Bernd Lange wie Schuppen von den Augen gefallen: „Natürlich – in Blenhorst!“

Und dann ging es ruckzuck. Lange informierte sich über das ehemalige Moorbad, wertete alle Voraussetzungen als optimal für die Umsetzung des Plans und leitete die Formalitäten zum Erwerb mehrerer Immobilien und Grundstücke ein. Sein Konzept überzeugte die Projektgesellschaft, die nun verkündet hat, den Plan „bis irgendwann im Verlauf des kommenden Jahres“ umzusetzen.

Und was erwartet den kleinen Ort in der Gemeinde Balge? Nach entsprechenden Um- und Neubau-Maßnahmen sollen traditionelle deutsche Heilmedizin (beispielsweise Moorbehandlungen), die Behandlung von Hauterkrankungen, psychologische Betreuung, Ernährungsberatung sowie Seminare für praktizierende Ärzte und Therapeuten zur Palette der Angebote gehören. Doch das ist längst nicht alles.

„Haben Kooperation mit

Mönchen aus Indien“

Bernd Lange: „Wir haben eine Kooperation mit christlichen Mönchen der indischen Halbinsel Athos, die ihre über viele Jahrhunderte hinweg gesammelten Erfahrungen einbringen sollen.“ Und zwar mit Ayurveda, der traditionellen indischen Heilmedizin durch Ärzte des „Matt India Medical Center“.

Die Planung sieht laut Lange vor, dass regelmäßig drei bis fünf Mönche vom Kloster auf Athos nach Blenhorst kommen und sich ansiedeln. Damit diese ihrem Glauben und den Gebeten nachgehen können, ist der Bau einer Holzkapelle vorgesehen, die Lange in das landschaftliche Gesamtbild und das Gebäude-Ensemble einfügen möchte.

Auf einem angrenzenden Bauernhof, dem sogenannten „Entenhof“, will die Gruppe der Investoren Unterkünfte vorhalten. Zudem soll dort eine biologische und damit medikamentenfreie Zucht von Gänsen, Enten und Puten erfolgen. Geplant ist darüber hinaus das Anpflanzen verschiedener Kräuter, die in der kurbetrieblichen Heilung Anwendung finden sollen. Darum kümmern sich die Mönche, die mit der Maico-Mannesmann-Akademie traditionelle Lebensmittelkunde auch an interessierte Züchter und Landwirte weitergeben wollen.

Ja, und dann müssen die künftigen Kurgäste auch essen: „Kein Gastronomiebetrieb bekommt durch uns Konkurrenz – wie denken eher an eine Zusammenarbeit“, so Lange. Auf den Tisch kommen sollen im medizinischen Zentrum vorrangig örtliche Agrarprodukte. Angestrebt sei insgesamt „eine enge und offene Beziehung zwischen der Kur-Einrichtung und der Bevölkerung“, so der Projektleiter. Er weiß, dass viele Menschen nach Indien reisten, um sich behandeln zu lassen: „Das müssen sie dann nicht mehr, denn wir haben dann hier in Blenhorst eine Indien-Medizin-Filiale.“

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