Heimvolkshochschule Loccum lud Flüchtlinge zum Seminar ein

Interessen erkennen – Chancen eröffnen

Ausloten der Möglichkeiten am Arbeitsmarkt: Die Gruppe besucht das Rehburger Unternehmen Henniges Automotive.

Rehburg-Loccum - Von Beate Ney-Janßen. Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren ist eine der großen Herausforderungen der Integrationsarbeit. In der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum (HVHS) haben junge Männer für eine Woche mehr zu ihren Chancen und Möglichkeiten erfahren.

Khaled Al Mohamad ist 26 Jahre alt, ledig, lebt nun in Barsinghausen, stammt aus Aleppo in Syrien, wo er begonnen hatte, Archäologie zu studieren. Das möchte er hier fortführen – oder wahlweise ein Journalismus-Studium machen. Wie er auf diesem Weg gehen kann und was ihm dazu noch fehlt, sind nur einige der Themen, die in der Woche in der Heimvolkshochschule angerissen worden sind. Möglichkeiten ausloten, Interessen erkennen und Chancen eröffnen – das sind die vorrangigen Ziele gewesen, die Christoph Hallmann-Böhm, pädagogischer Mitarbeiter der HVHS, den 15 jungen Männern aufzeigen wollte, die an dem Seminar teilgenommen haben.

Eine ganz bestimmte Zielgruppe hat Hallmann-Böhm zu dem Seminar eingeladen: junge geflüchtete Männer, die ohne Familien nach Deutschland gekommen sind. Ihnen Perspektiven zu zeigen, wie sie in das Arbeitsleben integriert werden können, war der Ansatz. Welche Kompetenzen bringen sie mit? Welche Interessen haben sie? Und was können sie mit ihren Voraussetzungen hier machen?

Einige Gäste haben sich die Männer gegen Ende des Seminars eingeladen, um ihnen zu präsentieren, was sie mit ihrem Leben machen wollen. Manche der Berufswünsche haben vorher bereits festgestanden. Andere haben sich innerhalb der Woche herauskristallisiert. So unterschiedlich wie die Lebensgeschichten der Männer aus Afghanistan, Syrien, Irak und Pakistan sind, so vielfältig sind auch die beruflichen Ziele, die sie in kurzen Statements vorgetragen haben. Webdesigner möchte einer werden, ein anderer, der ein erfolgreicher Pferdesportler in seinem Land war, will genau daran anknüpfen.

Klassische Ausbildungsberufe möchten andere ergreifen – etwa als Automechaniker, als Tischler, Metzger, Elektriker oder auch als Krankenpfleger. Wie vielfältig die Arbeitswelt in Deutschland ist, haben sie zumindest ansatzweise erfahren beim Besuch dreier Betriebe: einer Gärtnerei, der „Frischli“-Milchwerke und der Firma Henniges Automotive. Weitaus mehr als nur einen Ausbildungsberuf bieten die beiden größeren Unternehmen an.

Zuversichtlich ist Hallmann-Böhm, dass der eine oder andere dieser Betriebe bereit sein wird, Flüchtlinge zunächst für Orientierungspraktika bei sich aufzunehmen und womöglich später in Ausbildungsverhältnisse zu übernehmen. Erste Voraussetzung dafür sei selbstverständlich, dass ein gewisses Maß an Deutschkenntnissen vorhanden sei. Und so, sagt Hallmann-Böhm, hätten sie in dem Seminar als einen Schwerpunkt auch das Erlernen von Fachvokabeln aufgenommen.

Dem Seminar für junge alleinstehende Männer sollen Seminare für andere Zielgruppen folgen. Weder Frauen noch Familienväter sollten ausgenommen werden, betont Hallmann-Böhm. Und die jungen Männer dieses Seminars würden weiterhin betreut und unterstützt bei ihren Bemühungen, im Arbeitsmarkt anzukommen.

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