Informationsveranstaltung zur Altenpflege am 11. Februar im BiZ in Nienburg

Fachkräftemangel, der alle betrifft

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Pflege hat Zukunft – mit dieser Botschaft wollen die Aussteller am „Tag der Pflege“ auf den Beruf aufmerksam machen und zeigen, wie wichtig diese Branche für die Gesellschaft ist.

Landkreis - von Kristina Stecklein. Es ist eine Tatsache, die uns alle betrifft: Das älter werden. Dinge vergessen, eingeschränkte Beweglichkeit - der Mensch ist in vielen Fällen ab einem gewissen Alter auf Pflege angewiesen. Doch was ist, wenn die dringend benötigten Fachkräfte dafür ausbleiben? 

Es ist eine Nachricht, die in der aktuellen Situation nicht nur positive Seiten hervorbringt: Wir Menschen werden immer älter. Frauen werden im Schnitt 83 Jahre alt, die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer beträgt laut statistischem Bundesamt 78 Jahre. Doch: Die Menschen, die älter werden, müssen in vielen Fällen auch irgendwann gepflegt werden – der Beruf des Altenpflegers hat somit Zukunft, betrifft jeden einzelnen und – stirbt gleichzeitig aus.

Mit ihrer Informationsveranstaltung „Tag der Pflege“ wollen die Bundesagentur für Arbeit sowie sämtliche Aussteller der Altenpflege-Branche am 11. Februar von 11 bis 15 Uhr im Nienburger Berufsinformationszentrum (BiZ) auf den Fachkräftemangel hinweisen, der bundesweit herrscht und verdeutlichen, dass der Beruf des Altenpflegers durchaus attraktiv sei.

„Wir haben einige Engpässe in einzelnen Berufsgruppen, in der Altenpflege haben wir allerdings flächendeckend Fachkräftemangel“, erklärt Bernd-Uwe Metz, Pressesprecher Arbeitagentur Nienburg. Berufsberaterin Janina Kastens beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit der Problematik. „Wir fragen uns auch ‚Was kann man machen, um die Branche zu unterstützen?‘ Auf diesem Weg können sich potentielle Bewerber näher damit beschäftigen und wussten vorab möglicherweise auch gar nicht, dass sie Interesse hatten“, sagt Kastens. Den aktuellen Fachkräftemangel hat Rainer Strauß, Teamleiter der Arbeitsvermittlung in Nienburg, in seiner Zeit als Berufsberater über die Jahre hinweg beobachten können: „Vor gut zehn Jahren hatten wir auf zehn Ausbildungsplätze zirka 25 Bewerber. Heute sind wir froh, wenn sich fünf Interessierte melden.“

Einen aktuellen Notstand sieht Elke Heidorn vom Paritätischen Sozialzentrum noch nicht – ändern werde sich das allerdings schon in wenigen Jahren. „Wir haben viele Mitarbeiter, die seit vielen Jahren zum Betrieb gehören. In fünf bis zehn Jahren gehen diese in den Ruhestand. Dann wird es zum Fachkräftemangel kommen, wenn wir uns jetzt nicht um neue Nachwuchskräfte kümmern“, sagt Heidorn mit Nachdruck.

Von ausbleibenden Mitarbeitern kann Sekura-Geschäftsführerin Ramona Törper hingegen seit langem ein Lied singen: „Der ambulante Altenpflege-Notstand ist angekommen. Es kann auch sein, dass wir Menschen erst nachmittags pflegen – also waschen und aus dem Bett helfen – können. Manchmal kommt es zu Fällen, in denen wir Pflegebedürftigen sogar absagen müssen, weil uns die Mitarbeiter fehlen.“ Dabei hat sich der Beruf des Altenpflegers weiterentwickelt. „Es ist eine sehr intensive Beziehungsarbeit. Wenn uns die Kräfte fehlen, können wir keine hochwertige Pflegeleistung anbieten“, erklärt Gisela Lohse vom Seniorenzentrum am Goldberg in Marklohe. „Auch Kinästhetik ist in der Pflege möglich. Das ist eine wirkliche Bereicherung für Patienten und Pfleger: Die Menschen können bei der Bewegung selbst nachhelfen und für die Pfleger ist es schonender“, merkt Lohse an.

Für Innovationen und Fortschritte muss die Branche wieder aufstehen, die helfenden Hände kann dazu nur der Nachwuchs reichen. Am 11. Februar soll es aber nicht nur um die Ausbildung gehen: In intensiven Gesprächen können sich Interessierte über Weiter- und Ausbildung, aber auch Umschulungen und (Wieder-)Einstiege informieren. Berufsnah, interessant – aber auch informativ wollen die Aussteller beweisen, dass sich hinter dem Beruf des Altenpflegers mehr verbirgt, als das typische Klischee im Kopf der Gesellschaft.

„Die beste Werbung für die Pflege ist die Pflege“, sagt Lohse und hofft, so wie alle anderen Aussteller, auf viele Interessierte am „Tag der Pflege“.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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