Hoya-Diepholz‘sche Landschaft tagt im eigenen Quaet-Faslem-Haus in Nienburg und winkt fast alle Zuschüsse durch

Uneinig bei „Gästehaus mit Gleisanschluss“

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Besondere Gäste der Hoya-Diepholz‘schen Landschaft im Quaet-Faslem-Haus in Nienburg: Landtags-Präsident Bernd Busemann (l.) und der Abt des Klosters Loccum, Horst Hirschler.

Diepholz/Nienburg - Von Kurt Henschel. „Die Hoya-Diepholz‘sche Landschaft ist bekannt für einen langen Atem.“ Das erklärte Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes bei seinem Grußwort im Quaet-Faslem-Haus. Und Landschafts-Präsident Werner von Behr (Hoya) fand‘s gut: „Ihr Gedanke mit dem langen Atem hat mir gefallen – den werden wir auch behalten“, so der „Chef“, der erneut souverän durch die fast vierstündige Landtagssitzung führte.

Selbst von Rückkopplungen seines Handys nicht irritieren ließ sich von Behr, der zunächst fast alle Gäste namentlich begrüßte. Allen voran: Bernd Busemann, den Präsidenten des Landtags in Hannover, und Horst Hirschler, den Abt des Klosters Loccum.

Busemann, der am Donnerstagvormittag noch Festredner beim 25-jährigen Bestehen des Landschaftsverbandes Weser-Hunte in der Martinskirche in Hoya gewesen war (wir berichteten gestern ausführlich), lobte in seiner launigen Ansprache nicht nur die Martinskirche und „die herrliche Umgebung“ von Hoya und Bruchhausen-Vilsen, sondern auch das der Hoya-Diepholz‘schen Landschaft gehörende Quaet-Faslem-Haus. Dieses hatte ihm vor der Sitzung Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha fast enthusiastisch vorgestellt.

Der ehemalige niedersächsische Kultus- und Justizminister fühlte sich offenbar wohl an der Mittelweser: „Hat richtig Freude gemacht“, sagte er und beschrieb in seinem Grußwort in Nienburg seine Leidenschaft für die Landschaften – gestenreich und humorvoll. Der 62-Jährige „kitzelte“ seine Gastgeber und gab den Anstoß, die Landschaft möge darüber nachdenken, ob es eine „Auftragserweiterung“ mit Blick auf heimat- und bindungslose Menschen „in einem schönen und tollen Land mit viel Perspektive“ geben könnte. Dazu von Behr: „Auch das hat mir gut gefallen. Vielleicht können wir ja Dinge wieder übernehmen, die wir früher schon gemacht haben.“

„Sie sind eine tolle Landschaft. Es ist schön, bei Ihnen zu sein. Und es soll auch nicht das letzte Mal gewesen sein“, so der Emsländer, der sich dann verabschiedete und sich mit seinem verzweifelt nach einem Parkplatz suchenden Chauffeur auf den Heimweg machte. Nach der kleinen Pause stieg der Landschafts-Präsident in die umfangreiche und mit einigen Regularien gespickte Tagesordnung ein. Sämtliche Beschlüsse fielen dabei einstimmig aus, lediglich bei der Gewährung der beantragten Zuschüsse waren sich die Mitglieder in einem Fall uneinig: Es ging um das „Gästehaus mit Gleisanschluss“, den ehemaligen Ost-Bahnhof in Bruchhausen-Vilsen. Den will eine Gruppe engagierter Bürger als Genossenschaft mit inzwischen fast 60 Mitgliedern aufwerten und den Komplex damit gleichzeitig als ein Element des „Ensembles Kleinbahn“ erhalten. Die Flecken-Politiker Dr. Dr. Wolfgang Griese und Peter Schmitz warben leidenschaftlich für das Projekt in Bruchhausen-Vilsen, erlebten aber die Entscheidung, dass sich erst der Landschafts-Ausschuss im Herbst mit der Frage befassen soll, ob 2017 eine Unterstützung in Höhe von 3000 Euro fließen soll.

In Kürze gibt es aber Geld von der Landschaft für

die Ausstellung über das jüdische Leben in Uchte (1000 Euro)

ein Buch über mittelalterliche Burgen in Niedersachsen (1000 Euro)

das Museum Nienburg für einen „Begleitband mit regionalen Besonderheiten zur Reformationsausstellung“ (2000 Euro)

die Unterstützung Benachteiligter im Bereich der Samtgemeinde Uchte (Förderkreis „Hand in Hand“ in Diepenau) in Höhe von 2000 Euro

Bücher für die besten Landwirtschaftsschüler in den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden (jeweils 300 Euro)

ein Musical der Kirchenkreise im Jahr 2017 (500 Jahre Reformation) in Höhe von 5000 Euro.

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