Schusssichere Glaswand / Zuschauer müssen Taschen abgeben

Hohe Sicherheitsvorkehrungen zum Prozessauftakt

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Direkt vor den Zuschauerplätzen steht die Glaswand.

Nienburg/Verden - Von Wiebke Bruns. Großer Aufwand vorm Prozessauftakt im Landgericht Verden: Bevor am Donnerstag die Verhandlung wegen des Mordanschlags in Nienburg aus dem vergangenen Dezember beginnt, werden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

In welcher Gefahr lebt der Nienburger Geschäftsmann auf den im vergangenen Dezember ein Mordanschlag verübt worden ist? „Es wird befürchtet, dass man an dem Plan, ihn zu töten, weiter festhält“, sagte Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden auf Nachfrage. Das Landgericht Verden lässt vor dem am Donnerstag beginnenden Prozess noch eine schusssichere Glaswand in den Schwurgerichtssaal einbauen.

Die Wand - hier während der Montage - kann auch in anderen Einrichtungen genutzt werden.

Die Arbeiten sollen bis Mittwochabend abgeschlossen werden. Die Zuschauer, für die rund 50 Sitzplätze zur Verfügung stehen, sitzen künftig abgetrennt hinter der Sicherheitsglaswand. Die Kosten für die mobile und damit auch bei anderen Justizstandorten einsetzbare Wand, bezifferte Gerichtssprecherin Katharina Krützfeldt auf Nachfrage mit rund 70000 Euro. „Wir wollten den Sicherheitsstandard erhöhen und haben dafür das am Donnerstag beginnende Verfahren zum Anlass genommen“, so Krützfeldt. Es habe entsprechende Empfehlungen des Landeskriminalamtes gegeben.

Viele große Verfahren mit mehreren Angeklagten und schwerwiegenden Taten werden vor dem Landgericht Verden verhandelt. Flächenmäßig ist es der größte Landgerichtsbezirk in Niedersachsen und mit 715000 „Gerichtseingesessenen, wie die Einwohner im Behördendeutsch genannt werden, liegt er landesweit auf Platz Fünf. Er umfasst die Amtsgerichtsbezirke Achim, Diepholz, Nienburg, Osterholz-Scharmbeck, Rotenburg, Stolzenau, Sulingen, Syke, Verden und Walsrode.

In dem am Donnerstag beginnenden Prozess müssen sich fünf Angeklagte aus dem Kreis Nienburg und aus Garbsen wegen versuchten Mordes bzw. Anstiftung und Beihilfe vor der 1. Großen Strafkammer verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das 48 Jahre alte Opfer ermordet werden sollte, weil es die Ehre zweier jesidischer Familien verletzt haben soll. Der Mann soll eine Affäre mit der Frau eines 33 Jahre alten Angeklagten aus Hoya gehabt haben. Nachdem sie sich von ihrem Ehemann getrennt hatte, soll er ihr nachspioniert und so die Beziehung zu dem späteren Opfer entdeckt haben soll. Die Familienoberhäupter der Familie des verlassenen Ehemannes und der Frau sollen dann sich dann zur Tötung des Geschäftsmann entschlossen haben.

Der Ehemann und sein Vater sollen sich in einem Nienburger Café mit einem Waffenhändler getroffen und dort die spätere Tatwaffe erworben haben. Einem in Garbsen lebenden Bekannten des 33-Jährigen sollen 10000 bis 15000 Euro für die Erschießung des Nienburger Geschäftsmannes geboten worden sein. Gezahlt wurden laut Anklage 4000 Euro. Als der 48-Jährige am Abend des 7. Dezember 2014 sein Geschäft in Nienburg verließ, wurde er niedergeschossen.

Neben dem Einbau der Sicherheitsglaswand wird es weiterer Sicherheitsvorkehrungen für den bis Ende März 2016 terminierten Prozess geben. Unter anderem dürfen Zuschauer und Zeugen keine Taschen, Behältnisse, Mobiltelefone und Fotoapparate mit in den Gerichtssaal bringen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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