Hoffen auf einen nassen Winter

Im Lichtenmoor trifft Flurbereinigung auf Naturschutz

Setzen sich für die Wieder-Vernässung des Lichtenmoores ein (v. l.): Melanie Büchler (NLWKN), Thomas Beuster (ÖSSM), Manuel Wehr (Kreis Nienburg), Holger Lehnhoff (Landwirtschaftlicher Dienstleister), Klaus Gänsslen (Kreis Nienburg) und Anne Richter-Kemmermannn (NLWKN).
+
Setzen sich für die Wieder-Vernässung des Lichtenmoores ein (v. l.): Melanie Büchler (NLWKN), Thomas Beuster (ÖSSM), Manuel Wehr (Kreis Nienburg), Holger Lehnhoff (Landwirtschaftlicher Dienstleister), Klaus Gänsslen (Kreis Nienburg) und Anne Richter-Kemmermannn (NLWKN).

Landkreis Nienburg – „Nasse Moore sind Kohlenstoffspeicher, trockene Moore setzen klimaschädliche Gase wie Kohlendioxid (CO2) frei“ – das ist der Leitgedanke für die derzeitigen Renaturierungsarbeiten im Lichtenmoor.

Laut Kreisverwaltung erforschen Biologen auf mehreren Teilflächen, wie unterschiedliche Methoden zur Rückhaltung von Regenwasser wirken. Das Ganze geschieht im Rahmen eines EU-Förderprojektes zum „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ („KliMo“). Die ersten Aufgaben wurden im vergangenen Winter umgesetzt, heißt es in einem Schreiben an die Presse.

Aktuell wird auf rund 16 Hektar drainierter Grünlandfläche im Westen des Lichtenmoores gearbeitet. Dieses Areal gehört dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Träger der Moorschutzmaßnahmen ist der Fachdienst Naturschutz des Landkreises. Die Mitarbeiter füllen Gräben auf, kappen Drainagen und bauen Torfdämme auf. „Die Dämme sind aus dem Oberboden der ehemaligen Grünlandflächen aufgebaut. Unter dem flächig abgezogenen Oberboden verbirgt sich der ursprüngliche Torf, auf dem sich nach dem Regenwassereinstau wieder die moorbildenden Pflanzen ansiedeln können“, so die Verwaltung.

Nach dem Beginn der Erdarbeiten Anfang September haben sich der NLWKN als Flächeneigentümer und der Fachdienst Naturschutz des Landkreises die Arbeiten, die unter der Regie der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) laufen, angesehen. Das Hochmoor hat auf der aktuellen Projektfläche Mächtigkeiten von bis zu drei Metern und kann nur mit Spezialmaschinen bearbeitet werden. Die beauftragte Firma Lehnhoff aus Ströhen ist auf Moorrenaturierung spezialisiert. Mit eigens für nasse Standorte ausgerüsteten Maschinen ist sie auf der Baustelle tätig. „So ist sichergestellt, dass der freigelegte Moorboden nicht verdichtet wird und die Maschinen trotzdem hohe Torfdämme aufsetzen können“, heißt es weiter.

Die Dämme werden mit einer Kronenbreite von vier Metern und einer Höhe von bis zu 1,5 Metern aufgebaut, da das verbaute Material erfahrungsgemäß um 30 bis 50 Prozent einsackt. Um auf einer Teilfläche die Wasserstände optimal managen zu können, wird eine rund zehn Hektar große Fläche als ebener Polder angelegt.

Bei der Projektumsetzung vereinen sich laut Kreis Flurbereinigung und Naturschutz. Unter dem Titel „KliMo Lichtenmoor – integraler Bestandteil der Flurbereinigung (FKU) – Moorrenaturierung Lichtenmoor“ finanzieren die Europäische Union (EFRE-Förderrichtlinie, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), das Land Niedersachsen und der Landkreis Nienburg Maßnahmen zur Moorentwicklung.

Mit der Projektleitung der Naturschutzmaßnahmen hat der Landkreis die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer beauftragt. Vorbereitend für die Moorschutzmaßnahmen wurden Torfmächtigkeiten und Wasserstände gemessen, Gräben erfasst und Geländemodelle erstellt.

Ziel des Klima- und Naturschutzprojektes im Lichtenmoor ist der Rückbau der Gräben im zentralen Moorbereich und der Einstau höher gelegener Bereiche durch Ringverwallungen. Oft müssen dafür Gehölze entfernt werden. In einigen Gräben ist der Einbau von Stauanlagen geplant. Die genauen Projektflächen ergeben sich im Zuge der Flurbereinigung.

Alle Beteiligten hoffen nun auf einen „niederschlagsreichen Winter, damit sich die Moorflächen mit Regenwasser vollsaugen können und so die Torfzehrung, also das Sacken und Schrumpfen der Moorflächen, gestoppt werden kann“. Folglich wird der CO2-Ausstoß durch den Erhalt des Torfes reduziert; Flora und Fauna können sich wieder ausbreiten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Geniale Start-up-Unternehmer: Schüler präsentieren Ergebnisse aus dem Projekt „Digitale Lernallianzen“

Geniale Start-up-Unternehmer: Schüler präsentieren Ergebnisse aus dem Projekt „Digitale Lernallianzen“

Geniale Start-up-Unternehmer: Schüler präsentieren Ergebnisse aus dem Projekt „Digitale Lernallianzen“
Wer fälscht, wird gekündigt: So kontrollieren Hoyaer Unternehmen die Einhaltung der 3G-Regel

Wer fälscht, wird gekündigt: So kontrollieren Hoyaer Unternehmen die Einhaltung der 3G-Regel

Wer fälscht, wird gekündigt: So kontrollieren Hoyaer Unternehmen die Einhaltung der 3G-Regel
Junge Frau mit Betonplatte im Fluss versenkt - Mordprozess beginnt

Junge Frau mit Betonplatte im Fluss versenkt - Mordprozess beginnt

Junge Frau mit Betonplatte im Fluss versenkt - Mordprozess beginnt
Unbekannter gibt Hinweis auf Fundort der Leiche von Elke Kerll

Unbekannter gibt Hinweis auf Fundort der Leiche von Elke Kerll

Unbekannter gibt Hinweis auf Fundort der Leiche von Elke Kerll

Kommentare