Der neue Leiter des Forstamts Nienburg hat es mit dem „F“ und dem „H“

Henning Schmidtke mag zwei Buchstaben ganz besonders

Henning Schmidtke, der neue Leiter des Forstamts Nienburg, mit der Landkarte, die in etwa veranschaulicht, wie groß sein Zuständigkeitsbereich in den Landkreisen Diepholz und Nienburg ist. - Foto: Kurt Henschel

Nienburg - Von Kurt Henschel. „F“ wie Forst, Familie, Fußball und Feuerwehr, dann das „H“ wie eben Henning, Hereza, Heinrich und Henna – diese beiden Buchstaben sind auffallend oft vertreten im Leben des neuen Leiters des Forstamts Nienburg, Henning Schmidtke.

Der seit Mittwoch 47-Jährige, der Anfang Juni die Nachfolge des pensionierten Wolfgang Fritzsche antrat, hat sich nach inzwischen fünf Wochen im Amtshaus an der Kleinen Drakenburger Straße in Nienburg auf dem Chef-Posten eingewöhnt und sich auch schon fast überall bekanntgemacht.

Schmidtke, der seit nunmehr 18 Jahren in Borstel bei Sulingen ein ehemaliges Häuslingshaus bewohnt, ist also Leiter des Forstamts, natürlich Förster, Vater zweier Mädchen (Hereza und Henna) sowie eines Sohnes (Heinrich) und verheiratet mit Silke, die er wegen des bevorzugten Buchstabens „H“ schon einmal in „Hilke“ habe umtaufen wollen, wie er im Spaß erzählte.

Schmidtke ist aber auch Fußballer bei SBS Kickers, dem Zusammenschluss der Vereine Siedenburg und Borstel, außerdem passives Mitglied der Feuerwehr, während die drei Kinder im Alter von 16, 14 und 13 Jahren allesamt der Jugendfeuerwehr angehören und auch am jüngsten Kreis-Zeltlager in Borstel mit von der Partie gewesen waren. Seine Frau habe die Jagd als Hobby, verriet Schmidtke.

Er selbst stamme aus der Nähe von Walsrode und habe seine „Wurzeln in der Landwirtschaft“. Die Großeltern hätten einen Hof gehabt, auf dem er früh in Kontakt mit der Natur und mit Tieren gekommen sei. Er habe sich schließlich entschieden, den Beruf des Försters zu erlernen und studierte vier Jahre lang Forstwirtschaft an der Universität in Göttingen. Anschließend erarbeitete er im Auftrag seiner vorgesetzten Dienststelle, den niedersächsischen Landesforsten mit Sitz in Braunschweig, Betriebspläne für diverse Forstämter in Niedersachsen. So auch in Nienburg – ohne im Jahr 1999 ahnen zu können, dass er als Leiter dorthin zurückkehren würde.

Schmidtke, der während seiner Ausbildung weitgehend im Freien gewesen war, ehe er danach fast nur Innendienst verrichtet hatte, hat nun den „Mix“ gefunden: Seine ersten fünf Wochen im Amt habe er zu 90 Prozent am Schreibtisch verbracht, doch er hofft, dass sich das bald ändert. 75 Prozent seiner Tätigkeit, so schätzt Schmidtke, müsse er wohl im Büro verbringen, dem Frischluft-Anteil schreibt er das verbleibende Viertel seiner dienstlichen Pflichten zu.

Längst keine Rede mehr vom „Waldsterben“

Unter seiner Leitung arbeiten dezentral 60 Mitarbeiter im weitläufigen Bereich in den Landkreisen Nienburg und Diepholz. Die habe er inzwischen nahezu alle getroffen und gesprochen: „Die Startphase ist jetzt aber so gut wie vorbei“, so der 47-Jährige, der aus gemeinsamer Zeit beim Landwirtschaftsministerium in Hannover auch seinen Nienburger Stellvertreter gut kennt. Es ist Hubert Wichmann, im Landkreis Nienburg auch als Wolfsberater unterwegs.

„Es ist gut angelaufen, ich bin gut angekommen und gut aufgenommen worden“, so Schmidtke, der seine neue Aufgabe als „vielschichtig und abwechslungsreich“ bezeichnet. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst eine Fläche, für die es in der Zuständigkeit noch vor wenigen Jahren drei Forstämter gegeben habe, so der Neue in Nienburg, der auch bereits Kontakte zu Naturschutz- und Jagdbehörden sowie zu den Holzkunden geknüpft habe.

Was seine Arbeit betrifft verriet Schmidtke noch, dass das in den 80er-Jahren für viele Schlagzeilen sorgende „Waldsterben“ nicht mehr aktuell sei. Die Wälder hätten „sich aus sich selbst heraus gut entwickelt“, deshalb kämen auch „kaum noch Pflanzenschutzmittel zum Einsatz“, erklärt der Fachmann. „Pestizide braucht jeder Wald maximal einmal in 300 Jahren“, so Schmidtke. Dennoch gelte es, Witterung und mögliche Schädlinge stets im Auge zu behalten.

Für die kommenden etwa acht Jahre erwartet Schmidtke übrigens einen Generationswechsel bei den Revierförstern. Viele gingen in dieser Zeit in den Ruhestand – und zwar als Beamte. „Die Nachfolger dürften künftig als Angestellte ihren Dienst verrichten“, blickt Schmidtke in die Zukunft und hofft, dass auch die Zusammenarbeit mit der Jägerschaft weiterhin so gut wie jetzt funktioniert.

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