Philippinische Pflegekräfte für Kliniken in Nienburg und Stolzenau

Helfende Hände gefunden

Eine frostige Begrüßung – wenn auch nur von den Temperaturen her. Die „Neuen“ trafen während des Wintereinbruchs in Nienburg ein. Nun arbeiten sie sich in die hiesigen Abläufe der Pflege ein.
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Eine frostige Begrüßung – wenn auch nur von den Temperaturen her. Die „Neuen“ trafen während des Wintereinbruchs in Nienburg ein. Nun arbeiten sie sich in die hiesigen Abläufe der Pflege ein.

Nienburg – Bei einem Temperaturunterschied von 40 Grad Celsius sind 13 philippinische Pflegekräfte in Nienburg angekommen. „Die bereits im Heimatland ausgebildeten und berufserfahrenen neuen Kollegen wurden umfangreich auf die Zeit in Deutschland vorbereitet“, berichtet Klinik-Sprecherin Silke Schomburg. Eine zweite Gruppe soll das Team Anfang März ergänzen.

Bereits vor zwei Wochen sind die ersten 13 philippinischen Pflegekräfte angekommen, um ihren neuen Job in den Helios Kliniken Mittelweser anzutreten. „Das erste, worüber die neuen Kolleginnen und Kollegen sich freuten, war natürlich der Schnee“, sagt Theresa Reinfeld, Integrationsmanagerin. „Wobei so manch einer auch gefroren haben wird – schließlich sind sie bei 30 Grad auf den Philippinen losgeflogen und mit -10 Grad in Deutschland gelandet.“ Doch an Spaß im Schnee war zunächst nicht zu denken, denn aufgrund der Corona-Einreiseregularien mussten sie zunächst in eine zehntägige Quarantäne gehen.

Die philippinischen Neuzugänge sind Schomburg zufolge nicht nur hochmotiviert, sondern mit einem Bachelor-Abschluss im Pflegestudium auch sehr gut ausgebildet. In einem Alter zwischen 28 und 35 Jahren verfügen sie zudem über einige Jahre Berufserfahrung, bei vielen auch im Ausland.

Der erste Schritt zum neuen Job fand bereits auf den Philippinen statt: Auf einem Campus gab es ein umfangreiches Vorbereitungstraining, das nicht nur das Erlernen der deutschen Sprache, sondern auch das Verstehen interkultureller Unterschiede und der deutschen Gepflogenheiten betraf – immer wieder bezogen auf den beruflichen Schwerpunkt Pflege. Auch die Auswahl der Bewerber war ein mehrstufiger Prozess. „Mit allen Bewerbern wurden zuvor umfangreiche Gespräche geführt – unter anderem in Skype-Konferenzen, um die Deutschkenntnisse zu überprüfen“, erläutert Klinikgeschäftsführer Thomas Clausing.

Wie geht es nun weiter? „Die Gruppe durchläuft einen Anerkennungslehrgang, um ihr Wissenslevel dem deutschen Ausbildungsstandard anzugleichen“, sagt Pflegedirektorin Semsi Tüzün. „Die klassische Pflege am Bett, die hier in Deutschland auch Teil des Pflegeberufes ist, wird in anderen Kulturen zumeist von den Angehörigen des Patienten übernommen – also Tätigkeiten wie Körperpflege, Nahrung reichen und Anziehen.“

Die philippinischen Kräfte absolvieren im Rahmen ihres Anerkennungslehrgangs 180 Stunden theoretischen Unterricht zum Thema Pflege, Recht, Medizin und Kommunikation. Hinzu kommt zweimal wöchentlich Deutschunterricht. Die praktische Ausbildung, bei der die Pflegekräfte durch sogenannte Praxisbegleiter unterstützt werden, läuft direkt auf den Stationen. Auf die erste Gruppe der philippinischen Pflegekräfte werden noch zwei weitere mit jeweils sieben Personen folgen. Die zweite Gruppe soll Anfang März in Nienburg ankommen, während bei der dritten Gruppe das Datum noch nicht feststeht. Geplant ist, dass die ersten beiden Gruppen Ende Juli ihre Kenntnisprüfung ablegen können, damit sie dann als anerkannte Gesundheits- und Krankenpfleger voll in ihren neuen Job einsteigen können. „Der Fachkräftemangel in der Pflege hat unseren Kliniken in Nienburg und Stolzenau schon seit Jahren zu schaffen gemacht. Corona hat uns dann noch einmal ganz deutlich vor Augen geführt, wie schnell wir in Krisensituationen personell an unsere Grenzen stoßen“, sagt Tüzün. Von günstigen Arbeitskräften könne dann hier aber keine Rede sein, betont sie. „Finanziell wäre es für uns deutlich vorteilhafter gewesen, bereits in Deutschland ausgebildete Pflegekräfte einzustellen. Bezahlt werden sie hier nach Tarifvertrag wie jeder andere auch. Zunächst als Pflegehelfer und nach bestandener Prüfung dann sofort als Pflegefachmann beziehungsweise Pflegefachfrau“, erläutert der Geschäftsführer.

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