Dr. Hans-Peter Reiffen spricht über Feuerwerks-Gefahren

Hände, Augen und Ohren

Wer um Mitternacht das Jahr 2015 mit Böllern begrüßt, riskiert Verletzungen.
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Wer um Mitternacht das Jahr 2015 mit Böllern begrüßt, riskiert Verletzungen.

Nienburg/Hannover - Am letzten Tag des Jahres herrscht in den Rettungswachen der Johanniter-Unfall-Hilfe regelmäßig Hochbetrieb. Durch den leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerk endet der Silvesterabend jedes Jahr für Tausende Menschen in Deutschland mit Verbrennungen, Augenverletzungen oder Gehörschäden. Hat sich jemand verletzt, kommt es darauf an, richtig und schnell zu reagieren, um Schlimmeres zu verhindern.

Augenverletzungen werden oft durch einen zu geringen Sicherheitsabstand verursacht. Dr. Hans-Peter Reiffen, Landesarzt der Johanniter, Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und erfahrener Notarzt, rät: „Wenn Fremdkörper ins Auge geraten, sollten Laien diese nicht selbst entfernen. Stattdessen muss die verletzte Person sofort in eine Notaufnahme oder Rettungsstelle gebracht oder der Rettungsdienst alarmiert werden.“ Als erste Maßnahme vor Ort sollte das betroffene Auge mit einer keimfreien Wundauflage bedeckt und dann beide Augen vorsichtig mit einem Tuch verbunden werden. Reiffen: „Nur durch das Verbinden beider Augen wird eine Ruhigstellung des verletzten Auges und damit eine Schmerzlinderung erreicht.“ Zur Vorsorge raten die Johanniter, nicht nur den auf der Verpackung angegebenen Sicherheitsabstand beim Zünden unbedingt einzuhalten, sondern am besten eine Schutzbrille zu tragen.

Auch die Ohren sind bei der Silvesterknallerei gefährdet. Reiffen: „Silvesterböller erreichen eine Lautstärke von bis zu 175 Dezibel. Das ist lauter als ein Presslufthammer. Der hohe Schalldruck kann ein Knalltrauma auslösen und zu einer Schädigung des Innenohrs führen. Die Folge ist Schwerhörigkeit in den ersten Stunden oder Tagen. Schlimmstenfalls bleibt das Gehör ein Leben lang geschädigt“, so Reiffen.

Zu den häufigsten Verletzungen zu Silvester zählen Verbrennungen und andere Verletzungen an den Händen bis zum Verlust von Fingern. Diese werden meist verursacht durch zu frühe Explosionen oder weil Feuerwerkskörper mit bereits brennender Lunte zu lange in der Hand gehalten werden – leider eine gerade bei Jugendlichen beliebte Mutprobe. Reiffen rät daher: „Brandwunden sollten allenfalls kurz mit Leitungswasser – auf keinen Fall mit Eis oder Schnee – gekühlt werden. Puder oder Salben gehören ebenfalls nicht auf offene Wunden. Bei schwereren Verletzungen sofort über die 112 den Rettungsdienst alarmieren!“

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