Kreis- und Stadtarchiv sucht Exponate und Geschichten

Nienburger Corona-Chroniken

Ein Kunde trägt mehrere Packungen Toilettenpapier.
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Hamsterkäufe sorgten vor allem zu Beginn der Pandemie für leere Regale.

Landkreis – Wie hat sich das Leben der Menschen im Landkreis Nienburg durch die Corona-Pandemie verändert? Dieser Frage möchten die Mitarbeiter des Stadt- und Kreisarchivs Nienburg nachgehen. Vor allem die persönlichen Geschichten und Erlebnisse der Nienburger sind es, auf die Archivar Sebastian Hartwig und seine Mitstreiter dabei hoffen.

„Wir sind dafür zuständig, möglichst ein komplettes Bild der Lage zu zeichnen“, sagt der Archivar auf Nachfrage. Dazu gehören zum einen Dokumente und Papiere aus der Verwaltung, die die „kommunale Seite“ dieser Zeit abbilden. Zum anderen aber auch die menschliche Seite. „Die Corona-Pandemie hat die Welt erschüttert, die Auswirkungen sind tief greifend. Solch eine Krise hat es seit der Nachkriegszeit nicht mehr gegeben. Vieles, was früher „normal“ war, ist nun nicht mehr möglich“, heißt es einem Schreiben an die Presse. „Die meisten Leute erleben die Pandemie als den tiefsten Einschnitt ihres Lebens“, ist Hartwig überzeugt. Seiner Ansicht nach ist es gerade dieser Aspekt der Geschichte, der spätere Generationen am meisten interessieren werde.

„Historische Quellen für morgen“

„Alle in Nienburg können mithelfen, die historischen Quellen für morgen zusammenzutragen“, betont der Archivar. Er und seine Kollegen suchen daher Fotos, Dokumente oder auch Objekte, die das veränderte Leben vor Ort und die Auswirkungen der Corona-Krise in der Stadt deutlich machen und die den neuen Alltag, das Familienleben, Arbeitssituation, Konsum- oder Freizeitverhalten zeigen. „Es soll eine gemeinschaftliche Sammlung der Corona-Zeit entstehen, um die lokale Perspektive auf die Krise festzuhalten“, erklärt Hartwig. Wie ist es für die Kinder und Jugendlichen im Homeschooling und wie gestaltet sich das Arbeiten im Home-Office? Wie erleben die Älteren ihren Alltag? Wie ist die Situation der Gewerbetreibenden, der Cafés und Restaurants? „Denkbar sind Tagebucheinträge, kleine Zeichnungen, Fotos, ob vom leeren Supermarktregal, dem eigenen Klopapiervorrat oder andere Motive, Erfahrungsberichte, Informationsflyer, Plakate, Video-, Audio- oder Textbeiträge oder Gedichte“, listet der Archivar weiter auf.

Ausstellung geplant

Die Sammlung, die auf diesem Wege entsteht, solle später eine wichtige Quelle sein, um diese Zeit auswerten zu können und zu dokumentieren, wie sich das Leben in Nienburg in der Corona-Krise gestaltet hat. „Nach Eindämmung der Pandemie sollen die eingegangenen Materialien in einer Dokumentation der Öffentlichkeit präsentiert werden“, kündigt Hartwig an.

Kontakt

Wer etwas zur Nienburger Corona-Dokumentation beitragen möchte, sendet das Material gerne an das Stadt- und Kreisarchiv Nienburg: stadtarchiv@nienburg.de oder Verdener Str. 24 in 31582 Nienburg. Das Archiv weist darauf hin, dass mit der Abgabe der Unterlagen ein Schenkungsvertrag verbunden ist, in dem die dauerhafte Überlassung sowie die Nutzungsrechte zu der Abgabe festgehalten werden. 

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