Erstes Cannabidiol-Geschäft im Landkreis

Der „Grashüpfer“ verteilt kontroverse Medizin

Wollen CBD unter die Leute bringen: Emma Nickel, Ladenbesitzer Helmut Schick und Brigitte Mangold. Foto: nim

Ein Laden, wie es ihn so kein zweites Mal im Landkreis gibt, hat zum Stolzenauer Stadtfest mit verkaufsoffenem Sonntag seine ersten Besucher angelockt. Helmut Schick verkauft im „Grashüpfer“ aus Hanf hergestellte Cannabidiol-Produkte (CBD) mit einem THC-Gehalt von höchstens 0,2 Prozent. Im Laden gibt es unter anderem CBD-haltige Blüten, Bongs, Cannabidiol- und Massageöl sowie Kekse.

Stolzenau - Von Lotte Niemeyer. Verkäuferin Brigitte Mangold erklärt, dass man das Öl beispielsweise unter die Zunge tröpfeln kann, sodass es von den Schleimhäuten aufgenommen wird. Schick fügt hinzu, dass CBD nicht schädlich ist, wenn man zu viel davon zu sich nimmt: „Bringt einfach nichts und schmeckt dann auch nicht.“ Mangold benutzt CBD-Produkte gegen chronische Rückenschmerzen und Neurodermitis. Sie zeigt gerne ihre narbenlosen Arme, um zu zeigen, dass CBD ihr hilft. Sie ist von der Wirkung überzeugt. Heilversprechen darf sie nach Gesetz aber nicht aussprechen.

Schick erzählt, dass auch viele Stolzenauer und Leute aus der Umgebung da waren. „Der Bedarf ist da“, meint er entschlossen. Die Besucher, die den Weg in den „Grashüpfer“ gefunden haben, wirken allesamt sehr interessiert. „Ist nicht schlimm, wenn sie jetzt nichts kaufen. Die kommen wieder“, meint Schick. Er ist der Meinung, dass man sich vor der Nutzung sowieso erst einmal schlau lesen muss, deshalb gibt es vor Ort auch zahlreiche Hefte und Bücher. Darüber hinaus habe Schick bisher keine Beschwerden von Privatleuten über den neuen Laden gehört. Immerhin könnte das Stigma des Kiffers mitschwingen.

Bei der Frage nach der Legalisierung von Cannabis sind sich der Ladenbesitzer und seine beiden Angestellten einig: „Das sollte längst passiert sein!“ Mangold ist sich sicher, dass es auch noch dazu kommen wird.

Info: Cannabidiol

Cannabidiol (CBD) ist – anders als Tetrahydrocannabinol (THC) – nicht psychoaktiv. Es wirkt entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. Weitere Wirkungen werden erforscht. Blüten aus Industriehanf unterliegen ebenso dem Betäubungsmittelgesetz wie das klassische Marihuana. Ausgeschlossen sind Pflanzenteile, deren THC-Gehalt 0,2 Prozent nicht übersteigt oder die gewerblichen Zwecken dienen. Diese Vorschriften werden jedoch unterschiedlich ausgelegt.

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