Es geht um mehr Zufriedenheit der Erzieher – und damit auch der Kinder

Gesundheitsmanagement für die Kitas im Kirchenkreis

Ilka Rengstorf ist pädagogische Leiterin aller Kindertagesstätten im Kirchenkreis Nienburg.

Nienburg - In den neun kirchlichen Kindertagesstätten des Kirchenkreises Nienburg steht die Einführung eines Gesundheitsmanagements bevor. Es habe nach Informationen von Melanie Logemann, der Öffentlichkeitsbeauftragten des Kirchenkreises, das Ziel, die Mitarbeitenden zu stärken und zu motivieren. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden sei, auch im Interesse der Kinder, wichtig und werde darum gezielt gefördert, sagt Logemann.

Die Einführung eines Gesundheitsmanagements, so die Sprecherin, „hört sich erstmal sehr trocken an“. Dahinter stehe jedoch der aufrichtige Wunsch, die Arbeitsbedingungen der Angestellten in den Kindertagesstätten weiter zu verbessern.

„Kaum eine andere Berufsgruppe hat so viele Krankheitstage wie Erzieher. Normalerweise liegt der Durchschnitt bei 15 Tagen pro Jahr – bei Erziehern liegt er bei 19 Tagen“, erklärt Ilka Rengstorf, pädagogische Leiterin aller Kindertagesstätten im Kirchenkreis Nienburg. Das hänge natürlich zum einen damit zusammen, dass die Erzieher jeder Grippe- und Erkältungswelle durch die Kinder direkt ausgesetzt seien. Zum anderen aber sei der Beruf der Erzieher eben auch sehr anstrengend, zum Beispiel durch den oft hohen Lärmpegel oder die immerzu geforderte Aufmerksamkeit.

„Und dann ist es eben auch ein Frauenberuf, in dem sehr wenige Männer arbeiten“, fügt Rengstorf hinzu. „Und die Frauen sind in unserem Land oft noch immer doppelt und dreifach belastet – mit Haushalt, Kindererziehung und Berufstätigkeit.“

Zwar gäbe es einen angemessenen Vertretungspool für den Krankheitsfall, doch das Ziel müsse es sein, die Gesundheit der Angestellten zu stärken und Krankheitstage zu reduzieren. „Das hat auch ganz viel mit der Zufriedenheit und dem Spaß an der eigenen Arbeit zu tun“, lacht Rengstorf. „Und es gibt wirklich vieles in unserem Beruf als Erzieher, das positiv ist und Kraft gibt.“ So sieht sie unter anderem die große Flexibilität, die Freiräume für eigene Schwerpunkte, die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung und die große Vielseitigkeit als solche positiven Seiten des Erzieher-Berufes an. Und auch das Engagement des kirchlichen Arbeitgebers für seine Angestellten sei ein solch positiver Faktor. „Fachtage und Fortbildungen durch das diakonische Werk werden finanziert, ebenso das nun von uns eingeführte Gesundheitsmanagement.“

Aber was ist denn jetzt eigentlich Gesundheitsmanagement ganz konkret? „Es geht vor allem darum, dass Träger und Angestellte gemeinsam gucken: Was braucht ihr, um gesund zu bleiben beziehungsweise zu werden?“, erklärt Rengstorf. „Ich kann als pädagogische Leiterin nur darüber philosophieren, wo die Belastungen bei den Mitarbeitenden liegen, denn das wissen die natürlich selber am besten.“ Und darum sei nun nach der Auftaktveranstaltung in der Heimvolkshochschule in Loccum der nächste Schritt eine anonyme Mitarbeiter-Befragung, die professionell eine externe Firma vornimmt und auswertet. Auch werde es einen Steuerungskreis „Gesundheitsmanagement“ geben, der sich regelmäßig treffen und austauschen soll, um dann weitere Projekte oder Maßnahmen in die Wege zu leiten. Und es sollen sogenannte Gesundheitszirkel gegründet werden, bei denen eine externe Moderatorin sechsmal in größeren Abständen an den Dienstbesprechungen in einer Kindertagesstätte teilnimmt, um mit allen Mitarbeitenden darüber zu reden, wo sie Belastungen in ihrer Arbeit wahrnehmen und was sie selber tun können, um diese zu reduzieren.

Ilka Rengstorfs und Superintendent Martin Lechlers Fazit nach der Auftaktveranstaltung in Loccum lautet jedenfalls: „Ein voller Erfolg!“ Und Martin Lechler fügt hinzu: „Mich hat vor allem der Vortrag von Rainer Schmidt sehr beeindruckt. Seine Hauptaussage spiegelt auch unser Bemühen als Träger und Vorgesetzte, dass nämlich, wo mir jemand etwas zutraut und mir Mut zuspricht, in mir die Motivation wächst, Neues auszuprobieren und mich entsprechend weiterzuentwickeln.“

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