Die Geschichte Bad Rehburgs in neuer Ausstellung

Bäder-Kultur hat Zukunft

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Über mehr als 2500 Jahre Bäder-Kultur erzählt Christian Barnbeck – und ist der Ansicht, dass solche Traditionen auch künftig ihre Brechtigung haben.

Bad Rehburg - Von Beate Ney-Janßen. Was hat Auf- und Abstiege von Bad Rehburg befördert? Welche Geschichte rankt sich um den Ort und welche Geschichten sind überliefert? Zur Vernissage einer Ausstellung zum 325-jährigen Bestehen des Ortes hat es Antworten auf diese Fragen gegeben.

Auf 17 Tafeln wird die Geschichte Bad Rehburgs in der „Romantik Bad Rehburg“ nun vorgestellt. Das Jubiläumsjahr sei für den Förderverein der Historischen Kuranlage ein guter Grund gewesen, aus dieser Geschichte eine Ausstellung konzipieren zu lassen, die den Werdegang mit allen Höhen und Tiefen zeige, wie auch das darzustellen, was den Ort seit jeher präge, sagte dessen Vorsitzender Dieter Hüsemann zur Vernissage.

Geprägt wird Bad Rehburg nach wie vor durch zwei Dinge: die Gesundheit und das Vergnügen. Wurde wegen der Gesundheit bereits vor 325 Jahren das Quellwasser aus dem Rehburger Berg genutzt, so liegt der Schwerpunkt heutzutage auf zahlreichen Einrichtungen für pflege- und therapiebedürftige Menschen. Vergnügen in Form von Konzerten, Theater und anderer Kultur hat indes ebenfalls immer eine Rolle gespielt – und spielt sie seit der Neueröffnung der „Romantik Bad Rehburg“ als Kulturzentrum im Jahr 2003 ungebrochen weiter.

Worauf jedoch geht die Tradition der Bäder zurück? Wie hat sich Bäder-Kultur entwickelt? Und gibt es sie noch? Oder könnte sie eine neue Zukunft haben? Diese Fragen hatte der Förderverein dem Archäologen Christian Barnbeck gestellt und ihn um einen Vortrag gebeten. In Bad Oeynhausen – also einem Ort mit einer zumindest teilweise vergleichbaren Geschichte – ist er zu Hause und setzt sich dort auch als Kulturdienstleister für Geschichte und Zukunft der Bäder-Tradition ein.

Innerhalb einer Stunde schlug Barnbeck einen faszinierenden Bogen von den Anfängen der Bäder-Kultur in Griechenland vor mehr als 2500 Jahren über die Hochkultur des Badens im Alten Rom bis zu den demgegenüber noch jungen Entwicklungen in Orten wie Bad Rehburg und Bad Oeynhausen.

In mancherlei Beziehung, führte er aus, seien Griechenland und Rom auch in Bad Rehburg vertreten. Die Anordnung von Gebäuden zueinander, die Nutzung der Bäder für Gesundheit und Vergnügen und auch diverse architektonische Elemente waren für ihn die Schlüsselpunkte zur Untermauerung seiner These.

Dass der Niedergang der Bäder-Kultur nicht unaufhaltsam sein muss und dass – unter geänderten Vorzeichen – heute solche Orte womöglich mehr denn je benötigt werden, stellte er an das Ende seines Vortrags: „Vor dem Hintergrund einer digitalisierten Lebensweise könnten wir diese Anlagen reanimieren. Als Orte der Entschleunigung, der Erholung und analogen Geselligkeit. „Ich frage Sie, was brauchen wir heute mehr als ein bisschen Romantik, ein kleines Stückchen Bad Rehburg?“

Der Einrichtung des Kulturzentrums weitere Schritte folgen zu lassen und den Geist des Ortes zu reanimieren, war sein Rat. Nicht die Vergangenheit kopieren oder imitieren, aber aus ihr lernen. Und die Tradition der Bäder so aufrechterhalten und weiterentwickeln.

Die Ausstellung in der „Romantik“ ist immer mittwochs bis sonntags, 13 bis 17 Uhr, in der Wandelhalle zu sehen – bei freiem Eintritt.

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