Gericht: Angeklagte folterten Opfer

Drei Jahre Haft für Geiselnehmer

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Mediengruppe Kreiszeitung

Liebenau/Verden - Von Wiebke Bruns. Sie hatten ihrem Opfer gedroht, ihm die Zunge herauszuschneiden und die Augen mit einer Zigarette zu verglühen: Jetzt müssen die beiden Angeklagten für mehrere Jahre wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung ins Gefängnis: Ein 36-Jähriger für dreieinhalb Jahre sowie ein 43-Jähriger für drei Jahre und drei Monate. Das Landgericht Verden sprach die beiden schuldig, im Februar vergangenen Jahres einen 26-Jährigen in Liebenau entführt und gefoltert zu haben. Das Gericht sprach dem Opfer 5000 Euro Schmerzensgeld zu und die Angeklagten müssen ihm eventuelle Folgeschäden ersetzen.

Das Duo hatte die Taten in dem acht Monate dauernden Prozess bestritten. „Wir haben den Sachverhalt im wesentlichen so festgestellt wie vom Nebenkläger geschildert“, hieß es dagegen in der Urteilsverkündung. Mit Nebenkläger ist das Opfer gemeint.

Zur Vorgeschichte: Der 43-Jährige sei kurz vor der Tat von seiner Freundin sitzengelassen worden, hieß es in der Urteilsverkündung. Ein Grund sei gewesen, dass sie sich in den Nebenkläger verliebt hatte. Der 43-Jährige habe mit den Taten aus dem Nebenkläger den Aufenthaltsort seiner Freundin herauszubekommen. Der 36-Jährige habe ihm dabei geholfen.

Das Opfer wurde an einem Kreisel in Liebenau abgefangen. „Sie forderten ihn auf, mitzukommen, andernfalls würden sie ihn töten“, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Seiffert. In der Wohnung der Angeklagten sei er gezwungen worden, Wodka zu trinken. „Damit er nicht merkt, wie er sterben würde“, so der Jurist. Dann wurde der Mann geschlagen und gequält. Er sollte die Frau anrufen, die sich zu dem Zeitpunkt im Frauenhaus aufhielt.

Der 26-Jährige rief die Frau an. Eine Mitbewohnerin hatte in dem Prozess berichtet, wie beunruhigt diese nach dem Telefonat gewesen sei. Sie habe die Polizei alarmiert. Als die Beamten in der Wohnung der Angeklagten auftauchten, verließen diese schnell den Tatort. Es wurde nur der nicht mehr gefesselte Nebenkläger gefunden.

„Er berichtete von Männern mit einem Messer und Schlägen“, so der Vorsitzende. Wegen Kommunikationsproblemen sei der Mann nach Hause geschickt worden. Sein Arbeitgeber schickte ihn zum Arzt und es kam zur Anzeige.

Die Einlassungen der Angeklagten in dem Prozess waren laut der Kammer „widersprüchlich und nicht plausibel“. Die geständige Einlassung des 36-jährigen Angeklagten beim Ermittlungsrichter sei dagegen schlüssig gewesen. Der Verteidiger des 43-Jährigen kündigte bereits an, das Urteil anfechten zu wollen.

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