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Geiselnahme und Morddrohung: Nienburger sollte nie mehr als Friseur arbeiten

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Von: Wiebke Bruns

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Am Verdener Landgericht müssen sich drei Nienburger wegen einer Geiselnahme verantworten.
Am Verdener Landgericht müssen sich drei Nienburger wegen einer Geiselnahme verantworten. © Hauke-Christian Dittrich / dpa

Drei Nienburger müssen sich vor dem Landgericht Verden wegen gemeinschaftlicher Geiselnahme verantworten. Im Mai 2021 sollen die 26, 36 und 42 Jahre alten Angeklagten einen 35-Jährigen aus der Kreisstadt auf einen Feldweg verschleppt und dort mit einem Messer und einer Pistole bedroht haben. Gefordert haben sollen die Männer, dass das Opfer im Umkreis von 50 Kilometern nicht mehr als Friseur arbeitet.

Verden/Nienburg – Zuvor soll der 35-Jährige im Salon des 42-Jährigen angestellt gewesen sein. Bei den anderen beiden Angeklagten handelt es sich laut dem Opfer um einen Bruder und einen Cousin des 42-Jährigen.

Während alle drei Angeklagten beim Prozessauftakt von ihrem Schweigerecht Gebrauch machten, musste das Opfer aussagen. Und die Befragung erstreckte sich über Stunden. Insbesondere den kritischen Fragen der drei Verteidiger musste sich der Mann stellen.

Mit dem 36-Jährigen habe er häufiger Probleme gehabt und deshalb gekündigt, schilderte der 35-Jährige. An seinem letzten Arbeitstag sei er von dem 42-Jährigen schon bedroht worden Nirgendwo anders solle er als Friseur arbeiten. „Er meinte, dass er mich töten werde. Ich hatte Angst, deshalb habe ich gesagt, dass ich nicht geplant habe, mich selbstständig zu machen oder woanders zu arbeiten“, so die von einer Dolmetscherin übersetzte Aussage des Zeugen.

Angeklagte haben wohl von einem anschließenden Jobangebot erfahren

Der 35-Jährige geht davon aus, dass die Angeklagten von einem anschließenden Jobangebot eines Nienburger Friseurs erfahren haben. Während ihm dies bei einem Gespräch in einer Shisha-Bar unterbreitet worden sei, habe ein Bekannter des 42-Jährigen am Nebentisch gesessen. Erfahren haben will der Zeuge später, dass der 42-Jährige auch den Besitzer des anderen Salons „bedroht hat, mir keinen Job zu geben“.

Am Abend des 22. Mai 2021 sei er zu Hause von dem 36-Jährige angerufen worden. Er solle rauskommen, was er dann auch getan habe. Er sei zu den Männern ins Auto gestiegen, wobei er nicht gleich bemerkt haben will, dass diese zu dritt waren. Eingestiegen sei er, „weil es draußen kalt war“.

Der 42-Jährige habe ihm ein Messer an den Hals gehalten

Zu seiner Überraschung seien sie dann losgefahren und unterwegs auf einen Feldweg abgebogen. „Plötzlich bekam ich Angst“, so der Zeuge. Der 42-Jährige habe ihm ein Messer an den Hals gehalten. „Es sei mein letzter Tag“ sei ihm angekündigt worden. Zudem sei er mit einer Pistole bedroht worden.

Nachdem er zugesagt hatte, die Friseurtätigkeit nicht fortzusetzen, sei er zurückgefahren worden. Laut Anklage in die Nähe seiner Wohnung, wobei der Zeuge auch diesbezüglich unterschiedliche Angaben gemacht haben soll.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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