Entspannung im Hochwasser-Gebiet

Nienburger Einsatzkräfte in Alfeld atmen auf

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Am Donnerstag steht das Wasser bis zur Kellerdecke der Zahnarztpraxis.

Alfeld/Nienburg - Die Einsatzkräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord und Süd des Landkreises Nienburg haben am Mittwoch und Donnerstag geholfen, ein Gewerbegebiet in Alfeld (Kreis Hildesheim) vor Hochwasser zu schützen. Mittlerweile kann das Team aufatmen. Für einen Teil der 315 Nienburger endet der Einsatz in Südniedersachsen am Donnerstagnachmittag, ein zweiter Teil bleibt noch bis Freitag vor Ort, teilte Pressesprecher Marc Henkel mit.

Die Kreisfeuerwehrbereitschaft war zuvor von Heersum nach Alfeld verlegt worden, um dort zwei Altenheime zu evakuieren. Durch Verzögerungen wegen des schwierigen Anfahrtsweges - viele Straße waren bereits wegen Überflutungen gesperrt - sei es den örtlichen Feuerwehren allerdings bereits alleine gelungen, die Heime zu evakuieren. 

Stattdessen wurden die Nienburger Einsatzkräfte von der Einsatzleitung dem Schutz eines Gewerbegebietes zugeteilt. Vor Ort wurden Sandsackbarrieren aufgebaut und mit Pumpen das Wasser in die Leine gepumpt. Auch das Technische Hilfswerk unterstützte mit großen Pumpen, teilte Henkel weiter mit.

Viele Kilometer Schläuche wurden ausgerollt, um das Wasser in die Leine zu Pumpen.

Die gesamte Nacht bis zum frühen Donnerstagmorgen liefen alle Pumpen auf voller Leistung. Dann hatten alle eingesetzten Kräfte die Lage unter Kontrolle, sodass die Nienburger Kreisbereitschaften das eingesetzte Material wieder auf ihre Fahrzeuge verladen konnten. Auch die Stadtfeuerwehr Alfeld wurde von den Nienburgern beim Rückbau der Gerätschaften unterstützt.

Viele Kilometer Schläuche wurden ausgerollt, um das Wasser in die Leine zu Pumpen.

Am Tag wurde das Ausmaß der Lage komplett ersichtlich. Ein Wohnhaus stand noch am Morgen komplett unter Wasser. Die dort befindliche Zahnarztpraxis hatte bei der Flut nahezu alle Dokumente und Technik verloren. „Wir wollten noch retten was zu retten ist, mussten uns aber dann der steigenden Flut geschlagen geben“, sagte die Ärztin. Auch Anwohner berichteten den Einsatzkräften, dass in den vergangenen 40 Jahren dort so ein Unglück noch nie passiert sei.

Der Bereitschaftsbereich der Nienburger Einsatzkräfte: Noch während des Aufbau der Küche koordinierte die TEL die Einsatzkräfte.

Dass die Nienburger Einsatzkräfte mit offenen Armen empfangen wurden, zeigte sich an vielen Stellen, berichtet Henkel. Anwohner unterstützten die Maßnahmen ohne Aufforderung oder reichten den eingesetzten Kräften Getränke und Essen. Eine Anwohnerin fiel dem Pressesprecher in die Arme, drückte den Feuerwehrmann fest an sich und sagte immer wieder nur: „Danke!“

Für einen Teil der Kreisfeuerwehrbereitschaft heißt es am Donnerstagnachmittag Rückmarsch. Die Kräfte sind komplett erschöpft und auch trockene Kleidung war nur noch wenig vorhanden. Der Rückmarsch der restlichen Einheiten ist für Freitag geplant.

kom

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