Feine Tischwäsche seit 1765 / Museum zur Geschichte der Weberei

Selbst die Bundeskanzlerin schätzt Steinhuder Ware

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Juniorchef Adrian Seegers (l.), Seniorchef Friedrich Seegers (r.) und in der Bildmitte dessen Tochter Lara Himmel, Leiterin Einkauf und Marketing.

Nienburg/Steinhude - 30 Exponate eines in Deutschland vom Aussterben bedrohten Handwerksberufes zeigt die „Weberei Seegers & Sohn“ seit gestern in ihrer Fabrik am Steinhuder Meer. Denn die Seegers weben seit 1765 – und damit bereits in neunter Generation vor allem feine Tischwäsche aus Leinen und Baumwolle in dem heute vom Tourismus geprägten Ort. Damit ist „Seegers & Sohn“ nicht nur die älteste Weberei Deutschlands, sondern auch die einzige mit einer derart langen Familientradition.

Zu den Kunden zählen bekannte Vier- und Fünf-Sterne-Hotels im In- und Ausland. Für sie wird eine Kollektion von rund 200 Stoffen mit langer Nachliefergarantie vorgehalten. Darüber hinaus ist der Familienbetrieb in der Lage, individualisierte Tischwäsche mit Logos, Namen sowie Wappen zu weben. Das hat auch Angela Merkel überzeugt.

Die Bundeskanzlerin lässt in Schloss Meseberg mit Tischwäsche von „Seegers & Sohn“ eindecken ebenso wie viele Botschaften und das Schloss Bellevue. Ebenfalls aus Steinhude bezieht Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe seine schöne Tischwäsche mit dem aufwändigen Wappen: Für Veranstaltungen, die Schlossküche Bückeburg oder sein Jagdschloss in Österreich.

„Wir sind eine der letzten Webereien in Deutschland. Die Idee mit dem Museum wurde von außen an uns herangetragen“, sagt Seniorchef Friedrich Seegers (achte Generation). Gäste, die sich im Fabrikverkauf aufhielten und die Stoffe in der Hand hielten, wollten mehr von der Weberei sehen und erleben. Bei laufenden Webstühlen hätte das jedoch gefährlich werden können. „Mit dem Museum gibt es nun eine tolle Lösung, sich gefahrlos über den schönen Beruf des Webers zu informieren“, betont Adrian Seegers, der die neunte Generation verkörpert.

Von der Baumwollpflanze bis zum gefertigten Tuch können Besucher die gesamte Bandbreite der Weberei nachverfolgen. Per Beamer werden einzelne Produktionsschritte und -prozesse dargestellt. Hinzu kommen Bilder der Geschäftsführer von „Seegers & Sohn“ und der Belegschaften. Bestaunt und bewegt werden können ein Handwebstuhl, eine Jacquard-Maschine von 1960, eine Kartenschlagmaschine, eine Spulenmaschine und eine Schärmaschine. Alte Kassenbücher belegen, dass der Familienbetrieb immer seine Gewinne in das Unternehmen steckte und so ständig gewachsen ist.

In das Museum gelangt der Besucher über den Fabrikverkauf. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten sind montags bis sonnabends von 10 bis 18 Uhr und sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr.

Die Weberei „Seegers & Sohn“ wurde 1765 von Johann Dietrich Jacob Seegers aus List bei Hannover in Steinhude gegründet. Heute leiten Friedrich Seegers (65) und Adrian Seegers (31) das Familienunternehmen. Um den Fabrikverkauf kümmert sich Friedrich Seegers Tochter Lara Himmel. Sie leitet damit auch den Bereich Privatkunden und das Museum. Insgesamt verzeichnet „Seegers & Sohn“ 25 Mitarbeiter, davon vier im Fabrikverkauf und 21 in der Weberei. Geschäftsfelder des Betriebes sind die Herstellung von Tischwäsche, Bettwäsche und Küchentextilien aus feinsten Garnen. Zur technischen Umsetzung stehen 20 Webmaschinen mit zehn unterschiedlichen Webbreiten, gebleichten oder naturbelassenen Ketten und Vierfach-Farbwechsel zur Verfügung. Alle Webmaschinen sind mit einer Jacquard-Einrichtung bestückt. Der Umsatz 2014 betrug rund 2,5 Millionen Euro. Kunden sind große Vier- und Fünf-Sterne-Hotels – aber auch kleine Familienhotels, Restaurants und Privatkunden sowie der Einzelhandel. In Steinhude gibt es montags bis sonnabends von 10 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr einen Fabrikverkauf. Das Traditionsunternehmen befindet sich in der Bleichenstraße 28 in Steinhude am Meer. Weitere Infos unter

www.weberei-seegers.de

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