Erster Krimi von Marion Meister aus Münchehagen erscheint am 1. Februar

Eine Mordgeschichte mit Blaubeeren

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bwohl Rezepte in den „Blaubeermorden“ verraten werden, hat Marion Meister ihr Buch nicht mit dem Rührgerät geschrieben.

Münchehagen - Von Beate Ney-Janßen. „Wohlfühl-Krimi“ – so klassifiziert die Münchehägerin Mareike Marlow alias Marion Meister ihr erstes Buch in diesem Genre. Mit „Blaubeermorde“ kann sie einen Hit bei Krimi-Fans, aber auch bei Leckermäulern landen.

Man nehme: Eine leicht betuliche, aber mit beiden Beinen fest auf der Erde stehende Landärztin, eine in Ledermontur daherkommende Journalistin, die als Großstadtpflanze das Landleben erkundet, und jede Menge Anregungen von Land und Leuten vom Steinhuder Meer bis nach Nienburg. Dazu geselle man eine nicht allzu ausufernde Menge an Leichen, einen Polizisten mit exzellenten Konditor-Qualitäten und den Nachfolger der Landärztin, dessen Magen angesichts Dahingeschiedener rebelliert.

Etliche Zutaten mehr hat Marion Meister selbstverständlich in ihren ersten Krimi gepackt. Und der verspricht lecker zu werden. „Blaubeermorde“ lautet der Titel, Blaubeeren sind auf dem Cover zu sehen und die süßen Früchtchen spielen auch durchaus eine Rolle in der Handlung.

Wer sich im Landkreis Nienburg ein wenig auskennt, wird daraus glasklar folgern, dass die Autorin genascht hat in ihrem Umfeld: Der Bickbeerenhof im Dörfchen Brokeloh hat es ihr angetan, selbst zur Winterzeit kann sie noch einige der von ihr selbst gepflückten Früchtchen aus dem Eisschrank holen. Ein wenig Bezug nimmt sie in ihrer fiktiven Geschichte auf das, was sie dort lieben gelernt hat.

Das ist jedoch nicht der einzige Hinweis darauf, in welcher Gegend sie lebt. Auch andere Bezugspunkte werden manche Leser wiedererkennen. Wobei – und darauf legt sie großen Wert – sämtliche Figuren in der mörderischen Geschichte reine Fiktion sind. Anleihen hat sie aber auf jeden Fall in ihrer eigenen Biografie genommen. Etwa dann, wenn sie beschreibt, wie Journalistin Tessa, die eigentlich in Berlin lebt, das Fürchten lernt, als sie ihre erste Nacht im Haus der Landärztin verbringt. So dunkel und so still – das hat Tessa noch nie erlebt. Eine ähnliche Geschichte erzählen Marion Meister und ihr Mann Derek von ihrer eigenen ersten Nacht in ihrem Haus in Münchehagen. Auch sie kannten nur Berliner Nächte und waren entsprechend irritiert.

Weshalb Marion Meister ihren Krimi unter dem Pseudonym Mareike Marlow veröffentlicht, erklärt sie damit, dass ihr wirklicher Name bislang in erster Linie mit Kinderbüchern und Illustrationen in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich ist sie von Beruf eigentlich Illustratorin, hat aber mit der Reihe „Drachenhof Feuerfels“ auch schon einige Bücher für Kinder verfasst. Das will sie auch künftig beibehalten – eine neue Buchreihe mit dem Titel „Sternenschiff Argon“ wird noch in diesem Jahr in die Buchläden kommen.

Für Erwachsene hat sie aber mit den „Blaubeermorden“ zum ersten Mal geschrieben. Und dafür musste ein neuer Name her.

Die Voraussetzungen für einen spannenden Krimi sind bei ihr gegeben: Bereits als Kind hat sie mit einer Freundin einen Detektiv-Club gegründet und die Nachbarn ausspioniert, wie sie lachend erzählt. Damals gab es keine Ergebnisse, nun aber wird sie die Übeltäter entlarven. Kriminalgeschichten hat sie außerdem schon immer gerne gelesen – Sir Arthur Conan Doyle und Martha Grimes gehören zu ihren Lieblingen – und ihr kritischster Leser ist ihr Mann, der selbst Krimis schreibt. Hat der sich allerdings den blutrünstigen Geschichten verschrieben, so sagt Marion Meister von sich, dass ihre Krimis „zum Wohlfühlen sein sollen“.

Der Wohfühl-Faktor ist tatsächlich vorhanden. Und wer sich auf die Geschichten aus dem fiktiven Dorf Burgheide einlässt, kann leicht nicht genug davon bekommen. Kaufen sollten diese Geschichten übrigens nicht nur solche, die Krimis lieben. Auch für passionierte Hobby-Konditoren wie auch für süße Leckermäuler sind sie absolut zu empfehlen: Den Genuss von drei süßen Verführungen beschreibt Marion Meister zunächst so anschaulich, dass den Lesern das Wasser im Mund zusammenläuft – und verrät dann die Rezepte.

„Blaubeermorde“ erscheint am 1. Februar im Knaur-Verlag. Das nächste Buch in dieser Reihe heißt „Blutroter Flieder“ und soll am 1. Juli erscheinen.

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