Beschäftigte von Stadtverwaltung und Kreisverband streikten für einige Stunden

"Erste Warnung für Kommunale Arbeitgeber"

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Streikende des Öffentlichen Dienstes 2016 vorm Nienburger Rathaus.

Nienburg - 80 Beschäftigte der Stadtverwaltung und des Kreisverbandes für Wasserwirtschaft beteiligten sich am Mittwoch an einem Warnstreik, einer „ersten Warnung an die kommunalen Arbeitgeber“, wie die Aktion betitelt war.

Weitere Bereiche wurden bewusst noch nicht zum Arbeitskampf aufgerufen. Der Streik sei auch nur für weniger als vier Stunden angelegt gewesen, teilte Volker Selent von der Gewerkschaft ver.di in Nienburg mit. Unter anderem blieb am Vormittag das Stadtkontor geschlossen. „Da der Streik nur für wenige Stunden angesetzt war, wurde auch kein Streikgeld ausgezahlt. Trotzdem war die Motivation zum Arbeitskampf in dem zum Streik aufgerufenen Bereich groß“, hob Selent hervor.

Weiter weist der Gewerkschafts-Sekretär erneut darauf hin: „Wenn in der kommenden Woche keine klaren Signale bei den Verhandlungen von den Arbeitgebern kommen, wird die nächste Warnung deutlich größer ausfallen.“ Er rechtfertigte die Forderung von sechs Prozent. „Die öffentlichen Haushalte hatten letztes Jahr einen Rekordüberschuss. Wenn wir in schlechten Zeiten schlechte Abschlüsse machen, dann brauchen wir in guten Zeiten gute Ergebnisse.“ Das ver.di-Flugblatt mache die Diskrepanz zur Reallohnentwicklung deutlich. Während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen im Vergleich zu 2000 preisbereinigt um 30 Prozent gestiegen seien, fiel das Realeinkommen der Tarifbeschäftigten deutlich geringer aus.

Doch insbesondere die Betriebsrente war den Streikenden wichtig. „Wer hier eingreift, nimmt dem öffentlichen Dienst die Attraktivität und schickt viele Beschäftigte in die Altersarmut“, betonte Selent. Er verwies auf Berechnungen, wonach ein Arbeitnehmer mit 2900 Euro brutto nach 40 Jahren Beschäftigung nur mit einer Rente von 900 Euro rechnen könne. Nach der EU-Definition liege aber die Altersarmut bei 979 Euro. Viele im öffentlichen Dienst sind jedoch von den 2900 Euro Bruttogehalt entfernt. Ein Facharbeiter mit dreijähriger Ausbildung bekommt in der Regel erst nach 15 Jahren Tätigkeit ein Gehalt von 2733 Euro. Sein Einstiegsgehalt liegt in der Entgeltgruppe fünf bei 2145 Euro im ersten Jahr nach der Ausbildung.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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