Nach 33 Jahren Zeugen gesucht

Erschlagener Angler: Neue Ermittlungen im Fall Wilhelm Rettberg

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Wilhelm Rettberg wurde im Jahr 1984 erschlagen.

Nienburg - In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 1984 wurde der 49-jährige Wilhelm Rettberg in Nienburg am Weserwall getötet. Ein Tatverdächtiger konnte bislang nicht ermittelt werden.

In der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY-ungelöst“ am kommenden Mittwoch bitten die Polizei in Nienburg und die Staatsanwaltschaft Verden die Bevölkerung um Mithilfe.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, war Wilhelm Rettberg leidenschaftlicher Hobbyangler. Am Abend des 3. Juli 1984 hatte er sich in Richtung des Weserwalls begeben, um dort nach Würmern zu suchen. Sein Leichnam wurde am folgenden Morgen um 6.50 Uhr am Weserwall, rechte Weserseite in Höhe des Bürgermeister-Stahn-Walls, an der Uferbefestigung gefunden. 

Er hatte infolge erheblicher Gewalteinwirkung gegen den Kopf ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, an dem er starb, so die Staatsanwaltschaft. Am fraglichen Abend war zwischen 20.10 Uhr und 22.05 Uhr im Fernsehen das sogenannte Nostalgie-Endspiel der Fußballweltmeisterschaftsgegner Deutschland und Niederlande übertragen worden. Im Anschluss folgte „Dallas“.

Fundort in der Nähe des Kriegerdenkmals

Die Polizei möchte wissen, wer Angaben zum Verbleib der Taschenuhr Wilhelm Rettbergs machen kann.

Der Fundort des Leichnams und mutmaßlicher Tatort liegt in der Nähe des Kriegerdenkmals. Die Polizei geht davon aus, dass Wilhelm Rettberg ausgeraubt wurde. Es fehlten eine Armbanduhr mit goldfarbenem Gehäuse, dunklem Zifferblatt, hellen Zahlen und schwarzem Lederarmband, eine silberne Taschenuhr mit 4,5 Zentimetern Durchmesser, weißem Zifferblatt und einem geriffelten Muster auf der Rückseite sowie einer silbernen etwa 20 Zentimeter langen Kette, die Brieftasche und die Geldbörse mit Bargeld in Höhe von etwa 300 Mark, ein Kugelschreiber von der Bundeswehr mit Antenne, eine dunkelblaue Prinz-Heinrich-Mütze mit Abzeichen vom Angelverein Nienburg, eventuell Reval-Zigaretten und eine Kurbel-Maschine zum Drehen von Zigaretten.

Die Taschenuhr von Rettberg.

Die Brieftasche, der Reisepass und die Geldbörse wurden später in einem leer stehenden Gebäude 400 Meter vom Tatort entfernt am Burgmannshof, Eingang Lange Straße, gefunden. Die Gasse, im Volksmund Pissbüdelsgang genannt, liegt links neben dem damaligen Geschäft Vogeler.

Polizei und Staatsanwaltschaft wenden sich mit folgenden Fragen an die Bevölkerung:

Wer hat in dem genannten Zeitraum Personen in dem Tatortbereich beobachtet?

Wer hat in dem Tatzeitraum oder am Morgen des 4. Juli Blutspuren an Bekleidung oder Schuhen einer Person gesehen, die möglicherweise im Tatzusammenhang stehen könnten?

Wer hat nach der Tat plötzlich über Bargeld verfügt?

Wer kann Angaben zu dem Verbleib der Uhren machen?

Wurden solche Uhren jemandem zum Kauf angeboten?

Wer kann Angaben zu der verschwundenen Prinz-Heinrich-Mütze machen, an der sich ein Aufnäher des Nienburger Angelvereins befand?

Wer hat in dem genannten Zeitraum oder am 4. Juli relevante Beobachtungen in der Gasse Burgmannshof gemacht?

Wer hat sonstige Gegenstände im Besitz einer anderen Person gesehen, die augenscheinlich dem Getöteten gehören?

Die Ermittler gehen davon aus, dass es Mitwisser gibt, die bislang ihr Wissen nicht offenbart haben. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung des oder der Täter führen, ist laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 5 000 Euro ausgelobt worden. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg unter der Telefonnummer 05021/977 80 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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