Kölner Künstler Gunter Demnig trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Nienburg ein

"Eine Lebensaufgabe": 20 neue Stolpersteine für Nienburgs Straßen

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Die Stolpersteine erinnern an das Schicksal jedes einzelnen Menschen. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, ist sich der Künstler Gunter Demnig sicher.

Nienburg - von Kristina Stecklein. Seit 23 Jahren verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig europaweit „Stolpersteine“. Still und routiniert klopfte er am gestrigen Dienstagmorgen 20 weitere Steine in Nienburgs Gehwege mit einem Gummihammer ein.

Insgesamt hat der Künstler Gunter Demnig bereits 54 Stolpersteine in Nienburg verlegt.

Es ist ein Projekt, dass das Schicksal der Menschen während des Nationalsozialismus wieder greifbar macht – an dem zuletzt freiwillig gewählten Wohnort der Opfer. Insgesamt gibt es in Nienburg mittlerweile 54 Stolpersteine. Entgegen der Massenvernichtung verlegt der Künstler Stein für Stein, um bewusst auf das Schicksal eines jeden Einzelnen aufmerksam zu machen.

In der Langen Straße 34 wohnte Familie Seelig von 1919 bis 1936. Emma Seelig heiratete Leo Seelig, er war Inhaber der Eisenhandlung, 1920 wurde Tochter Änne geboren. Elf Jahre später besuchte sie das damalige Hindenburg-Gymnasiusm. 1936 gab Leo Seelig das Geschäft auf und floh mit der ganzen Familie nach Johannesburg.

Vorerst ist es Gunter Demnigs letzte Verlegung in Nienburg. „Wir müssen jetzt erst wieder recherchieren“, erklärt Cornelia Kramer, zuständig für das Organisatorische seitens der Stadt Nienburg. Die gestrige Verlegung wurde von dem Klarinettenquartett der Musikschule Nienburg unter Leitung von Oleg Orekhov musikalisch begleitet. Viele Interessierte begleiteten die Verlegung der Stolpersteine und hörten aufmerksam zu, als es um die Lebensgeschichten der Menschen ging.

„Es sind jetzt 21 Orte mit Stolpersteinen“, sagt Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes im Anschluss an die Verlegung im Quaet-Faslem-Haus. Orte, an denen Menschen ihre Heimat hatten. „Es gibt jetzt auch Personen, die den Ort bewahren wollen. Was dahinter steht, ist viel, viel mehr“, weiß Onkes. Auch welchen Aufwand Demnig damit betreibt: „Dass man europaweit rumkommt, wenn man so etwas geplant hat“, sagt der Bürgermeister lachend. Um das Projekt in seinem derzeitigen Zustand als Abschluss festzuhalten, wurde Demnig gebeten, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. „Auch möchte ich mich beim Lions-Club für die Unterstützung bedanken“, betont der Bürgermeister.

Interessierte haben außerdem die Möglichkeit, eine Patenschaft für einen solchen Stolperstein zu übernehmen. Auch werden Freiwillige gesucht, die sich um die Reinigung der Steine kümmern. Cornelia Kramer ist im Rathaus der Stadt Nienburg unter Tel. 05021/87221 oder per E-Mail an c.kramer@nienburg.de zu erreichen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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