Forschungsprojekt von australischen Studenten und Professoren in Erichshagen geht weiter

Einblicke in die Burg der Wölper Grafen

Die Arbeiten auf dem Burghügel Wölpe haben begonnen. Foto: Museum Nienburg

Erichshagen – Die Planen sind entfernt, die Schnitte erweitert, und die Schaufeln werden wieder mit großer Motivation geschwungen. In Kooperation zwischen dem Museum Nienburg, der Australian National University, Canberra und der Kommunalarchäologie Schaumburger Landschaft hat die diesjährige Ausgrabungskampagne auf der Burg Wölpe begonnen.

Zu Gast sind 18 australische Studenten, ein Dozent und ein Professor des Fachbereichs Archäologische Wissenschaften (School of Archaeology & Anthropology). Sie werden unter der bewährten und fachkundigen deutschen Grabungsleitung des Göttinger Archäologen Frank Wedekind auf der Burg betreut, berichtet Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha in einer Pressemitteilung. Sie freut sich sehr über die Kooperation, die nun ins dritte Jahr geht: „Es ist eine tolle Auszeichnung für das Museum, für die Stadt, dass eine große Universität von der anderen Seite der Erde Interesse an einer Zusammenarbeit hat und dann auch noch Drittmittelgeber das Projekt für förderwürdig erachten.“ Einige der Studenten aus dem vergangenen Jahr seien aufgrund der positiven Erfahrungen erneut dabei – für andere ist es der erste Aufenthalt in Deutschland überhaupt.

Bei der Burg Wölpe handelt es sich um den Stammsitz der Grafen Wölpe, erklärt Nowak-Klimscha. „Sie wird Mitte des zwölften Jahrhunderts das erste Mal in den Schriftquellen erwähnt. Die Burg wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt befand sich dort bis ins 19. Jahrhundert ein Gebäude des Amtes Wölpe – aber über die Bebauung selbst ist noch wenig bekannt.“

In der jüngsten Grabungskampagne wurden Teile eines Gebäudes angeschnitten – in diesem Jahr soll der komplette Grundriss erfasst werden. „Aufgrund der Lage und des Baumaterials“ handele es sich um ein Gebäude aus der Anfangszeit der Burg.

Die Öffentlichkeit soll über den Fortgang der Arbeiten informiert werden. Deshalb laden die Kooperationspartner zu einem Tag der offenen Grabung am Mittwoch, 18. September, von 13 bis 17.30 Uhr ein. Erste Funde zeigen die Studenten außerdem auf dem Zeitreise-Event „Das Mittelalter im Umbruch“ des Museums Nienburg am kommenden Sonntag im Biedermeiergarten des Museums.  rtg

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