Dorfladen in Linsburg benötigt noch Teilhaber

„Das ist jetzt mein Laden!“

Ulrike Klug, Wilfried Cordes und Sabine Henningson (v.l.) stehen vor dem ehemaligen Gasthaus zum Lindenhof. Links davon ist eine der Scheunen des Hofes Müller zu sehen.

Linsburg - von Kristina Stecklein. Für 125 Euro können die Bürger in Linsburg Teilhaber des künftigen Dorfladens „Köpen und Klönen“ werden. Bislang wurden 325 Anteile gezeichnet - 275 fehlen noch. Nun rufen die Mitglieder des Projekts auf, weitere Anteile zu zeichnen und so die Zukunft des Dorfladens zu sichern und dem Linsburger Leerstand die Stirn zu bieten.

Der demografische Wandel stellt insbesondere ländliche Gebiete und somit auch Dörfer vor große Herausforderungen. Gerade in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren haben sich viele Gemeinden stark verändert – die Bevölkerungszahlen gehen deutlich zurück. Solche Probleme sind auch in Linsburg bekannt. Dem soll ein Projekt, das einen Dorfladen mit Dorfgemeinschaftshaus verbindet, entgegen wirken.

„Wir haben eine sehr gute Verkehrsanbindung in Linsburg, allerdings keinen Supermarkt. Das Dorf ist zusammen geschrumpft, alles ist weggegangen – mit einem Dorfladen wollen wir dem entgegen wirken“, sagt Wilfried Cordes vom Dorfladenprojekt Linsburg bestimmt. Seit zwei Jahren planen Projekt-Teams die Umsetzung des Dorfladens, der unter dem Motto „Köpen und Klönen“ laufen soll.

Das ist auch das Ziel des zukünftigen Ladens: Einkaufen in heimischer Atmosphäre. „Das perfekte Gebäude dafür haben wir sogar wissenschaftlich bestimmen lassen“, sagt Ulrike Klug, ebenfalls Projektmitglied und Teil einer der zugehörigen Arbeitsgemeinschaften, lachend. Für die Bestimmung kamen Studenten und Studentinnen der Leibniz-Universität Hannover im Rahmen ihrer Abschlussarbeit nach Linsburg. Die Wahl fiel dabei auf den Hof Müller, eine konkrete Entscheidung für eine bestimmte Immobilie steht allerdings noch aus. In der nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung in Steimbke am 3. Dezember soll entschieden werden, welches Gebäude der zwei zur Verfügung stehenden Immobilien letztlich gewählt wird.

„Es könnte ein neuer Ortskern, eine neue Dorfmitte entstehen“, erklärt Klug. Der wesentliche Unterschied zu einem üblichen Supermarkt sei die soziale Komponente. „Wir sind nicht auf Rendite aus“, fügt Sabine Hennigson, Arbeitsgruppenmitglied des Dorfladens, an. Es würden faire Preise für die Produkte gewählt werden. Zusätzlich zum Dorfladen ist ein Dorfgemeinschaftshaus auf dem Gelände der Immobilie geplant, im Laden selbst wird es die Möglichkeit geben, im hauseigenen Café zu verweilen.

Ein solches Vorhaben kostet natürlich Geld – bis zu 960 000 Euro wurden vom Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“ bewilligt. Einen Drittel der Summe muss die Kommune selber aufbringen.

Zudem gibt es die Möglichkeit, Anteile des Ladens zu erwerben. Ein Anteil kostet 125 Euro (auch Ratenzahlung ist möglich), 325 Anteile wurden bereits gezeichnet – 275 fehlen noch. Diese können allerdings jederzeit gezeichnet werden. Die Formulare hierfür könnenen auf der Homepage des Dorfladensruntergeladen oder beim Bäcker beziehungsweise Getränkemarkt in Linsburg abgeholt werden.

„Wir stehen kurz vor dem Ziel“, sagt Cordes hoffnungsvoll. Dem stimmt Hennigson zu. „Die Gelder sind bewilligt, der Kauf der Immobilie steht kurz bevor – die Bürger können sich jetzt noch eher damit identifizieren. Dann kann man sagen: Das ist jetzt mein Laden!“ Von den Anteilen soll das Mobiliar sowie das erste Warensortiment finanziert werden. „Außerdem schaffen wir Arbeitsplätze. Es wird feste Angestellte und mehrere 450-Euro-Jobs geben“, betont Cordes.

Für die Eröffnung des Ladens ist noch kein genauer Termin fest gesetzt. „Wir hoffen auf Ende 2016, Anfang 2017“, schätzt Cordes ein. Die tatsächliche Eröffnung liegt aber nach wie vor in den Händen der Linsburger.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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