Auf Spurensuche

Sohn eines Kriegsgefangenen berichtet in Bad Rehburg

Gerd Meyers Vater Tolja ist auf einem der Massengräber auf der Begräbnisstätte Sandbostel sein Name zurückgegeben worden.
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Gerd Meyers Vater Tolja ist auf einem der Massengräber auf der Begräbnisstätte Sandbostel sein Name zurückgegeben worden.

Am 3. November 1941 begann die Geschichte des Arbeitskommandos 5790 im Rehburger Forst. Ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene, in dem allein im ersten Winter 44 Menschen starben. Für den 3. November, 19.30 Uhr, lädt der Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum in die Romantik Bad Rehburg ein, um Gerd A. Meyer seine Geschichte erzählen zu lassen.

Bad Rehburg – Auf der Spur seines Vaters Tolja, der russischer Kriegsgefangener war, und der Spur seiner Familie in Russland.

Zwischen Massengräbern in Sandbostel ist Gerd A. Meyer am 22. Juni Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begegnet. Es war der 80. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion, Steinmeier wollte erinnern, wollte mahnen und mit jemandem sprechen, der direkt betroffen ist. Das trifft auf Meyer zu.

Im November 1945 wurde er geboren. In der Nähe von Sandbostel im Landkreis Rotenburg als Kind einer jungen ledigen Frau aus einer Bauernfamilie. Sein Vater? Über den wurde geschwiegen.

Erst nach und nach erfuhr er, dass dieser unbekannte Vater ein sowjetischer Gefangener war, der auf dem Hof arbeiten musste. Dass dessen Vorname Tolja und dass er in Sandbostel noch vor der Geburt des kleinen Gerd gestorben war. Mehr nicht.

Jahrzehntelang suchte Meyer akribisch und ausdauernd nach Spuren, bis er schließlich den Nachnamen des Vaters wusste und seine russische Familie ausfindig machen konnte. Seinen Vater holte er aus der Anonymität der Massengräber Sandbostels hervor, indem er dort ein Kreuz für ihn aufstellte.

Stellvertretend für die Toten im Russenlager des Rehburger Forsts wird Meyer in Bad Rehburg die Geschichte seines Vaters erzählen.

Anmeldung

Anmeldungen sind notwendig mit Angabe vollständiger Kontaktdaten per E-Mail an arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de oder telefonisch unter 0174 / 9139598. Es gilt die 3G-Regel. Der Eintritt ist frei.

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