Attac in Nienburg lädt zu Protest-Aktion gegen die Milchkrise

Damit die Bauern nicht schachmatt gesetzt werden

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Nienburg - „Die Milchkrise schachmatt setzen – Kühe und Bauern nicht verpulvern“ – so lautet das Motto der Aktion, die die Regionalgruppe Nienburg Attac am kommenden Samstag von 10 bis 13 Uhr in Nienburg Ecke Georg-/Langestraße geplant hat.

Los geht es mit einer Schachbrettaktion auf einer Plane mit einer Größe von 2,50 Meter mal 2,50 Meter. Im Spiel sind Türme, „da in riesigen Milchpulvertürmen das Milchpulver hergestellt“, erklärt Attac den Hintergedanken in einer Pressemitteilung. Aber auch Kuhspringer und Bauernopfer, die die derzeitige dramatische Entwicklung der Milchkrise verdeutlichen sollen, sind ebenfalls dabei.

„Wir wollen durch diese Aktion mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, damit sie ihr Einkaufsverhalten, wie den Kauf von Billigmilch, und den daraus resultierenden Folgen für die Milchpreisentwicklung überdenken. Geplant ist dazu eine Unterschriftenaktion“, schreibt Attac.

Die Milchpreise sind im Keller und die Milchbauern zahlen drauf – 2015 schlossen täglich acht Milchviehbetriebe in Deutschland für immer ihre Stalltüren, erklärt Attac. Aus vielen Millionen Tonnen Milch werde Milchpulver hergestellt, das exportiert wird und in manchen Weltregionen den dortigen Milchviehhaltern jede Chance nehme, ihren Markt zu erhalten und weiter zu entwickeln. Der Milchpreis stürze inzwischen ins Bodenlose.

„Seit Monaten bekommen Bauern für einen Liter Milch weniger als 20 Cent von den Molkereien. Benötigt werden aber mindestens 40 Cent, um ihre Kosten zu decken. Das heißt, dass viele Betriebe für Tierhaltung, also für das Melken, für die Entlohnung ihrer Angestellten und so weiter deutlich mehr zahlen, als sie durch den Verkauf der Milch erwirtschaften“, schreibt Attac.

Eine Chance jedoch bestehe darin, wie es der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehalter Romuald Schaber formuliere: Die Bundesregierung müsse die Bauern mit finanziellen Anreizen dazu bewegen, weniger Milch zu erzeugen. Gefordert wird 30 Cent für jeden nicht produzierten Liter. Nur so sei das Mengenproblem zu lösen.

Darüber hinaus wurde inzwischen auf EU-Ebene eine Ausnahmeregelung für die Milchwirtschaft geschaffen. Mit der Änderung des Agrarmarktstrukturgesetzes wurde diese auf sechs Monate begrenzte Regelung in deutsches Recht umgesetzt.

Milchbauern und Molkereien können nun freiwillig Mengenabsprachen für die Rohmilchproduktion vereinbaren. Als Erzeuger und Produzenten sollen sie zukünftig mit dem Einzelhandel auf Augenhöhe verhandeln können, ohne dass Genossenschaften und Großkonzerne über ihre Köpfe die Preise bestimmen. Milcherzeuger sollten sich zwecks Verbesserung der Ertragssituation regional zusammenschließen.

„Wir fordern daher, eine bedarfsgerechte Produktion, Weidegang für die Tiere und faire Preise für die Bauern und Bäuerinnen“, wird Ralf Selter, stellvertretender Sprecher von Attac Nienburg, in der Pressemitteilung abschließend zitiert.

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