Camp gegen Tierfabriken ab Montag / Kundgebungen an mehreren Orten

Aktivisten halten Ausmaß der Konfrontation geheim

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Ob es bei der Kundgebung der Tierschutz-Aktivisten bei der Firma Wiesenhof in Wietzen-Holte wie vor zwei Jahren erneut eines Polizei-Einsatzes bedarf, ist nicht vorherzusagen.

Balge/Wietzen - Von Kurt Henschel. Wie weit sie dieses Mal gehen wollen, sagen sie nicht. Tierschutz-Aktivisten aus ganz Deutschland beziehen – wie bereits berichtet – am Montag ihr sogenanntes „Aktionscamp gegen Tierfabriken“ auf dem Gelände der Behlinger Mühle in der Gemeinde Balge. Bis Sonntag, 23. August, wollen sie dort bleiben. Inzwischen steht auch fest, wie der Ablauf sein soll. Offen ist, ob die Protestierenden in diesem Jahr erneut mit der Polizei kollidieren.

Etwa „60 bis 70 Teilnehmer“ erwartet „Katrin M.“ im Camp. Es könnten aber auch weniger oder mehr sein, so genau sei das vorher nicht zu sagen, erklärt die Frau, die gestern an eine eigens für dieses Camp-Vorhaben geschaltete Handy-Telefonnummer gegangen war, ihren richtigen Namen aber nicht nennen wollte. „Das machen viele von uns, damit sie im Internet nicht aufzuspüren sind“, erklärt die Sprecherin mit dem Pseudo-Namen, die gestern augenscheinlich „Telefondienst“ hatte.

Ob sie es auf eine Konfrontation mit der Polizei anlegen? Darauf gab es diese Antwort von „Katrin M.“: „Das ergibt sich jeweils spontan und je nach Verlauf unserer Aktionen. Das ist vorher nicht zu planen.“

Geplant ist aber der Verlauf der Aktionswoche der Tierschutz-Aktivisten, die „das System Wiesenhof markieren und stören“ wollen, wie sie in Vorab-Veröffentlichungen mitteilten. Aber nicht nur Wiesenhof in Wietzen-Holte gehört zu den Adressen von Kundgebungen: So tauchen die Aktivisten beispielsweise am Mittwoch, 19. August, bei der Firma D+S Montage in Brinkum auf. Die, so die Protestierenden, organisiere den Neubau der Schlachtfabrik in Holte für die PHW-Gruppe mit Sitz in Rechterfeld. Geplant sei, von 12.17 bis 14.24 Uhr (genau in dieser Zeitspanne waren sie im vergangenen Jahr dort) vor dem Bürogebäude zu demonstrieren und die Angestellten sowie Geschäftsführer Daniel Lampe an folgende Forderung der Tierschutz-Aktivisten zu erinnern: „Kündigt den Vertrag mit PHW!“ Stehen soll diese Kundgebung unter dem Motto: „Die Geschäftsbeziehungen mit der Tierausbeutungsindustrie auflösen! Keine Geschäfte mit Wiesenhof!“

In die Öffentlichkeit gehen die Camp-Teilnehmer dann auch am Sonnabend, 22. August. Von 11 bis 15.30 Uhr in die Nienburger Innenstadt, um dort auf ihre Anliegen hinzuweisen. Teil der Kundgebung soll ein Live-Auftritt der Rapperin Jennifer Gegenläufer sein.

Von Nienburg aus wollen die Tierschutz-Aktivisten in Richtung Wietzen-Holte ziehen, um zwischen 16 und etwa 20 Uhr gegen die Schlachtfabrik und deren geplante Erweiterung zu protestieren.

Soweit die Auftritte in der Öffentlichkeit. Im Aktionscamp selber wollen die Beteiligten nicht etwa nur „abhängen“, sondern diverse Workshops absolvieren und Vorträge hören. Bei den Referaten geht es um „Geschichte und Zukunft der Kampagne gegen Tierfabriken“, um einen zur „Anti-Pelz-Kampagne“ sowie um „Kapitalismus, Wachstum und Naturzerstörung“. Eine Lesung („Radikale Ökologie“), festgelegte Essens-Zeiten und ein „Vegan Brunch“ am Abreise-Sonntag runden das Camp-Programm ab.

Über das Vorhaben der Tierschutz-Aktivisten ist die Polizeiinspektion Nienburg/ Schaumburg informiert. „Natürlich bereiten wir uns darauf vor“, erklärte deren Pressesprecherin Gabriela Mielke.

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