Bürgermeister der Samtgemeinde Mittelweser geht nach fünf Jahren

„Hohe Arbeitsbelastung“: Bernd Müller steigt aus

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Bernd Müller an seinem Arbeitsplatz im Rathaus in Stolzenau. Seinen Stuhl räumt der amtierende Bürgermeister und Chef der Verwaltung der Samtgemeinde Mittelweser zum 1. November dieses Jahres vorzeitig.

Stolzenau - Von Kurt Henschel. Er will nicht mehr: Bernd Müller, seit 2011 Bürgermeister der Samtgemeinde Mittelweser, steigt zum 1. November des Jahres aus. Er geht vorzeitig. Seine Amtszeit hätte noch drei weitere Jahre gedauert, denn Müller war auf acht Jahre gewählt worden, nachdem sich die Gemeinde Stolzenau und die Samtgemeinde Landesbergen zusammengeschlossen hatten. Bald sucht also – wie aktuell die Samtgemeinde Marklohe – auch die Samtgemeinde Mittelweser einen neuen Verwaltungs-Chef.

Bereits im Oktober hatte er die Mitglieder der Räte und Mitarbeiter der Verwaltung informiert und auch einigermaßen überrascht. Zuvor bereits hatte sich Bernd Müller dem Landkreis gegenüber „erklärt“ und mitgeteilt, dass er zum genannten Datum sein Amt aufgeben wolle.

Auch jetzt, vier Monate später, hat sich Müller nicht von seinen Plänen abbringen lassen. „Es bleibt dabei“, so der Chef der Verwaltung, der „ausschließlich persönliche Gründe“ für seinen Ausstieg nennt, ohne auf Details einzugehen. Irgendwelche Spekulationen über ein eventuelles dienstliches Fehlverhalten wischt Müller klipp und klar vom Tisch beziehungsweise lässt sie gar nicht erst zu: Es gehe einzig und allein um seine weitere Lebensplanung, die sich nicht mit der Arbeit eines hauptamtlichen Bürgermeisters vereinbaren lasse, wie er erklärt. Er spricht von einer „hohen Arbeitsbelastung“, der er sich nicht mehr stellen mag. Zwar werde er bis zuletzt seine ganze Kraft für die Samtgemeinde Mittelweser einsetzen, denn ein Kürzertreten komme nicht in die Tüte: „Dafür ist mein Anspruch zu hoch“, erklärt der Diplom-Verwaltungswirt, der zuvor bei der Post und in der Telekommunikation gearbeitet hatte.

Der 48-Jährige, der in Anemolter aufgewachsen ist und für Anemolter-Schinna auch Fußball gespielt hat, lebt mit Frau und zwei Söhnen in Stolzenau. Er sieht seine Verwaltung „gut aufgestellt“. Seine berufliche Zukunft habe er noch nicht geplant, wie er sagt. „Konkretes gibt es noch nicht“, so Müller, der bis zum 1. November 2019 das Vertrauen seiner Wähler hätte genießen können.

Möchte er aber nicht. Er sei „völlig offen“, was eine künftige Beschäftigung angehe. Was seine Nachfolge betrifft, gibt es keine Stellungnahme vom Noch-Bürgermeister der Samtgemeinde Mittelweser. Längst bekannt ist, dass sich Jens Beckmeyer (SPD), aktuell einer von drei gleichberechtigten Stellvertretern des Bürgermeisters in Stolzenau (nach den verstorbenen Klaus Dera und dessen Nachfolger Hans-Hermann Steinmann ist das – wie gestern berichtet – seit Mittwochabend Friedhelm Siemann), ins Rennen werfen will. Ob der Ehrenamtliche, der auch im Kreistag sitzt, Konkurrenz bekommt, steht noch in den Sternen und ist derzeit auch noch kein heißes Thema: Bis zum 25. Juli, 18 Uhr, müssen Bewerbungen im Rathaus eingegangen sein – also 48 Tage vor der Kommunalwahl am 11. September.

Bernd Müller in seinem verfrühten Fazit seiner Amtszeit: „Es hat mir immer Spaß gemacht und wir haben viel erreicht. Einige Vorhaben gingen aber nicht so zügig über die Bühne wie ich es mir gewünscht hätte. Das löste bei mir eine gewisse Unzufriedenheit aus, die mich schließlich zum lange überlegten Ausstieg bewog.“ Aber noch macht Müller Dampf – bis einschließlich 31. Oktober.

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